„Ich bin nicht dick“, sagt Garfield, „nur untergroß“. Doch dass der Comic-Held so ein Pfundskerl ist, könnte womöglich nicht nur an seiner Vorliebe für Lasagne liegen. Und er ist nicht der Einzige, der mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat. In Deutschland gilt bereits jedes zweite Haustier als übergewichtig.
Woran das liegt? Eventuell am Fertigfutter. Nun will die Tierfutterindustrie neue Zusatzstoffe gefunden haben, mit denen sich der Appetit von Hunden und Katzen künstlich steigern und der Hunger auf das jeweilige Produkt sogar verdoppeln lässt, berichtete der SPIEGEL im September 2009. Es handelt sich dabei um bestimmte Enzyme. Protamex beispielsweise ist eine sogenannte Protease, die die für die Verdauung notwendige Hydrolyse von Eiweißen fördert. Das Enzym zerlegt Proteine – und zwar so, dass die „funktionellen, die Nährstoff und Geschmackseigenschaften des Proteins“ verbessert werden. Ähnliche Zusatzstoffe gibt es jedoch bereits zuhauf: So bieten Hersteller von Tiernahrung „natürliches Ergänzungsfuttermittel für Tiere zur Anregung der Futteraufnahme bei Verdauungsproblemen, wie Brechreiz, Durchfall und Darmbelastungen“ an oder werben mit Slogans wie „wirkt bei vermindertem Appetit und Lustlosigkeit“. Geschmacksverstärker oder Appetitanreger im Futter für Struppi oder Mieze sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Glutamat beispielweise wird gezielt eingesetzt, um die Akzeptanz bei Hunden zu erhöhen.
In der Nahrungsmittelindustrie ist der Einsatz von Geschmacksverstärkern und unzähligen anderen Zusatzstoffen kein Geheimnis: Die Hersteller unterliegen allerdings Kennzeichnungspflichten, denen sie bei Nahrung für Menschen auch nachkommen – entweder in Form von Klarnamen oder mit ihren E-Nummern. Bei Tierfutter im EU-Raum müssen Zutaten wie verwendete appetitanregende Stoffe, Emulgatoren, Säureregulatoren, Stabilisatoren, Verdickungsmittel etc. jedoch nicht extra deklariert werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher nun auch für Tiernahrung eine Kennzeichnungspflicht. „Es muss bei Tiernahrung um Ausgewogenheit gehen und nicht Überfütterung,“ sagte Roman Kolar vom Deutschen Tierschutzbund im SPIEGEL.
Eine Übersicht aller für die Tiernahrung zugelassenen Zusatzstoffe gibt es beim Bundesamt
für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter www.BVL.Bund.de.
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