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  News vom: 29.02.2008   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Melkroboter – verändertes Arbeiten für mehr Sicherheit?

 
 
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Von derzeit weltweit 5000 verkauften Melkrobotern arbeiten mehr als 150 in Bayern. Wie wirkt sich ein solch völlig verändertes Stallkonzept auf die Unfallentwicklung aus? Die Antwort gibt eine von Herstellern unabhängige Studie, welche die LBG Franken und Oberbayern bei der Fachhochschule Weihenstephan in Auftrag gegeben hat. Josef Sieber, Absolvent der Fachhochschule Weihenstephan/Abteilung Triesdorf, untersuchte im Rahmen seiner Diplomarbeit den Einfluss automatischer Melksysteme auf Arbeitssicherheit und Ergonomie am Arbeitsplatz bei Rinderhaltern, die ihren Betrieb umgestellt haben und mittlerweile auf bis zu zehn Jahren Erfahrung zurückblicken können.

Die Studie ergab: Die Rentabilität steigt, Zeit und Arbeitskräfte können eingespart werden, das Unfallrisiko je Tier reduziert sich um etwa 40 Prozent. Allerdings verlangen AMS von den Unternehmern ein Umdenken und die Bereitschaft zu einer Neuorganisation der Arbeit. Die mentale Belastung, zum Beispiel durch Stress bleibt mindestens gleich hoch oder kann sogar noch zunehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Einzelnen:
• Der Aufwand für das Melken reduzierte sich in den untersuchten Betrieben durch den Einsatz des Melkroboters pro Tag von 3,1 Stunden auf 1,33 Stunden.
• In Folge der Anschaffung des AMS erhöhte sich die durchschnittliche Bestandsgröße je Betrieb von 43 auf 61 Kühe. Durch den Einsatz des Roboters in Kombination mit einer Umstellung der Fütterung stieg die durchschnittliche Milchleistung je Kuh zum Teil erheblich von 6.929 auf 7.519 Kilogramm.
• Durch die Neuorganisation und die Automatisierung konnten trotz der angestiegenen Zahl an Milchkühen je Betrieb rund 1,5 Arbeitskräfte eingespart werden.
• Das Unfallrisiko je Tier sank um mehr als 40 Prozent! Kompensiert wird dieser hervorragende Wert allerdings durch die Steigerung des Tierbestandes, so dass sich die absoluten Unfallzahlen in den untersuchten Betrieben nicht nennenswert verändert haben.
• Die Unfallentwicklung in den befragten Betrieben spiegelt die jeweilige Belastung der hier beschäftigten Personen wider. Ein deutlicher Anstieg war in der Bauphase der neuen Betriebseinrichtungen und in der Umstellungsphase unmittelbar nach dem Bau zu verzeichnen.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Art der Unfälle auf den Höfen mit AMS verändert hat. Hervorzuheben ist der Anstieg der Fußverletzungen. Viel stärker als die möglichen körperlichen Verletzungen belastet aber die Unternehmer die Tatsache, ständig auf eingehende Hinweise oder Stör- und Alarmmeldungen des AMS reagieren zu müssen.

Fazit
„Melkroboter haben viele arbeitswirtschaftliche Vorteile und helfen, die tägliche körperliche Belastung zu reduzieren. Sie zeigen den Weg in die Zukunft. Wer ein AMS nutzen will, der sollte sich vorher gut informieren und mit Berufskollegen austauschen, die bereits Erfahrungen gesammelt haben. Es ist wichtig, realistisch einzuschätzen, ob man sich auf die weitgehend veränderte Arbeitsweise, die vom AMS vorgegeben wird, wirklich einlassen kann und will. Andernfalls kann das System seine Vorzüge nicht ausspielen. Im ungünstigsten Fall kann sich besonders die mentale Arbeitsbelastung durch die Umstrukturierung verschlechtern“, fasst Professor Eberhard von der FH Weihenstephan zusammen. Er hat die Diplomarbeit von Josef Sieber fachlich betreut.

Quelle: "Land- und forstwirtschaftliche Sozialversicherungsträger Franken und Oberba"
 
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