In Zeiten ausreichender Erlöse werden die Kosten oft aus den Augen verloren. Dem beugt der jährlich erscheinende Wirtschaftlichkeitsbericht Milch der LfL vor.
Die Ergebnisse der diesjährigen Betriebszweiganalyse sächsischer Milchviehbetriebe zeigen Entwicklungspotenziale und Schwachstellen der einzelnen Betriebe auf.
In der Milchproduktion haben drei Kostenpositionen entscheidenden Einfluss auf das wirtschaftliche Ergebnis: Bestandsergänzungskosten, der Verbrauch an Futtermitteln und die eingesetzte Arbeitskraft beanspruchen 68 % der insgesamt anfallenden Kosten. Wird zum Beispiel die Reproduktionsrate von 38 auf 30 Prozentpunkte gesenkt, bedeutet das in der vorliegenden Stichprobe in der Gruppe Milchvieh ohne Nachzucht einen Mehrgewinn von 115 EUR je Kuh. Bei einem Durchschnittsbestand von 723 Kühen errechnet sich daraus ein zusätzlicher Gewinn von 82.422 EUR. Davon können wiederum drei Arbeitskräfte bezahlt werden.
Wer perspektivisch erfolgreich Milch produzieren will, benötigt ein konsequentes Controlling in allen produktionstechnischen und finanziellen Kennziffern. Die Nutzung detaillierter Kostenrechnungen, nach Möglichkeit mit getrennten Kostenstellen für Milchproduktion und Nachzucht, und deren regelmäßige Auswertung zeigen, wo echter Handlungsbedarf besteht. Der Wirtschaftlichkeitsbericht Milch deckt deutliche Reserven für Kostensenkungen auf. Er steht im Internet der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.
Quelle: "Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft"
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