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  News vom: 29.08.2008   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Mineralstoffversorgung bei Kühen über Blutanalysen überprüfen?

 
 
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Bei Gesundheitsproblemen oder Zweifeln an der ausreichenden Versorgung von Rindern mit verschiedenen Nährstoffen, werden insbesondere bei Spuren- oder Mengenelementen und Vitaminen häufiger Blutanalysen durchgeführt. Diese werden mit den für die einzelnen Parametern festgelegten Referenzwerten verglichen. Bei Unterschreiten dieser Werte werden die Mineralstoffmengen in den Rationen dann meist erhöht, um den vermeintlichen Mangel auszugleichen. Dabei werden die üblichen Bedarfsempfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie nicht selten deutlich überschritten.

Um zu überprüfen, ob eine derartige Überversorgung überhaupt sinnvoll ist bzw. sich anschließend auch in den Blutanalysen wieder finden, wurden im Rahmen eines in der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) durchgeführten Fütterungsversuches 30 Kühe in mehreren Untersuchungsreihen mit unterschiedlichen Mengen verschiedener Mineralstoffen und Vitaminen versorgt.

Bei gleichem Grundfutter wurde das Kraftfutter für die Kontrollgruppe entsprechend den Empfehlungen der GFE mit Calcium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink, Carotin sowie den Vitaminen A und E zusammengestellt. Die zweite Gruppe erhielt über ein entsprechend zusammengestelltes Kraftfutter mindestens die doppelte Menge der genannten Mineralstoffe und Vitamine. Die Versuchsdauer erstreckte sich über jeweils eine Laktation, wobei eine Woche vor und an sechs Terminen nach der Kalbung Blutproben gezogen und analysiert wurden.

Bei den Mengenelementen Ca, Mg und P wurde die im Blutserum wieder gefundenen Gehalte durch die erhöhte Mineralstoffgaben nicht signifikant beeinflusst. Lediglich beim Phosphor wurden bei 2 Proben (4. +. 8. Laktationswoche) erhöhte Konzentrationen im Blut festgestellt, die aber in der Tendenz auch schon vor Versuchsbeginn bestanden. Blutuntersuchungen sind bezüglich dieser Mineralstoffwerte somit nur wenig geeignet, um Informationen über den Versorgungsstatus der Tiere zu machen.

Diese Aussage gilt auch für Kupfer, bei dem die Blutserumwerte sich in beiden Fütterungsgruppen kaum voneinander unterschieden. Selbst bei einer Verdoppellung der Kupferaufnahme bewegten sich die Blutwerte um den unteren Wert des Referenzbereiches. Blutuntersuchungen zum Ermittlung der Kupferversorgung sind weniger aussagekräftig, Proben von Deckhaar sind hier wahrscheinlich besser geeignet.

Signifikante Unterschiede wurden beim Zink festgestellt, bei dem ein deutlicher Fütterungseinfluss feststellbar war und sich die Blutserumwerte entsprechend erhöhten. Die bedarfsgerecht mit Zink versorgten Tiere lagen bei dieser Untersuchung im unteren Bereich des Referenzwertes, wobei Tiere in der 2. Laktation tendenziell höhere Werte aufwiesen. Auch bei doppelter Zinkzulage blieben die Blutwerte nur im knapp mittleren Bereich der Referenzskala, die für dieses Spurenelement eventuell angepasst werden sollte.

Keine Unterschiede wurden zwischen den beiden Fütterungsgruppen bei den Vitamin A bzw. der Vorstufe Carotin festgestellt, wobei letztere den Referenzwert bis zur 16. Laktationswoche deutlich unterschritten.
Beim Vitamin E lagen die ermittelten Werte alle über dem Referenzwert, die Gruppe mit erhöhter Aufnahme über das Futter wies in der 8. + 16. Woche auch deutlich höhere Blutkonzentrationen auf.
Gegenüber der Empfehlung der GFE verdoppelte Versorgung von Kühen mit den Mineralstoffen Ca, Mg, P, Cu und Zn, -Carotin sowie den Vitaminen A + E führte lediglich beim Zink sowie dem Vitamin E zu einer signifikanten Erhöhung der Konzentration im Blut. Mit Blutuntersuchungen lässt sich eine bedarfsgerechte bzw. darüber hinaus gehende Versorgung nur eingeschränkt belegen. Für einige Parameter (Kupfer, Zink, -Carotin) scheinen die derzeit verwendeten Referenzwerte den Versorgungsstatus nicht optimal wiederzuspiegeln und sollten daher überarbeitet werden.

Quelle: "Landwirtschaftskammer Niedersachsen"
 
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