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  News vom: 17.10.2007   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Blauzungenkrankheit in Südhessen: Fast 200 Todesfälle

 
 
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Alle Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft verlangt Landwirten und Veterinärmedizinern in Südhessen derzeit die Blauzungenkrankheit ab. Denn das Tierleiden, das unbehandelt tödlich verlaufen kann, hat seit Entdeckung des ersten Falls in der Region vor etwa acht Wochen auf zahlreiche Viehherden in Südhessen übergegriffen. Wie Amtstierarzt Tobias Lackner vom Regierungspräsidium in Darmstadt dem ECHO sagte, ist ein Seuchenbefall inzwischen in allen Teilen des Landstrichs einschließlich der Stadt Darmstadt aufgetreten.

An der Blue Tongue Disease, so die international und medizinisch gebräuchliche Bezeichnung, verendet sind in Südhessen bisher 160 Schafe, 31 Rinder und zwei Ziegen. Erfasst hat die Krankheit fast 200 Bestände. So geringfügig der Tod eines Tiers dabei aus rein ökonomischer Sicht erscheinen mag - er kann dem betroffenen Hof einen schweren Schlag versetzen: "Wenn ein Zuchttier ausfällt, gehen ja auch erhebliche Folgewerte verloren", beleuchtet der Erste Beigeordnete des Odenwaldkreises, der gelernte Land- und Forstwirt Dietrich Kübler, die Hintergründe. Dabei muss eine Ansteckung weder für die einzelnen Tiere noch für die Herden fatal enden: "Wir haben das entsprechende Virus schon im Blut von Rindern nachgewiesen, die weder Symptome zeigten noch im weiteren Fortgang entwickelten", so der Veterinärmediziner Lackner. Offenbar bestehe je nach Tierart und -rasse eine unterschiedlich starke Empfänglichkeit für eine leichte oder volle Ausprägung der Erkrankung. "Eine besondere Neigung zu schweren Verläufen haben wir bisher bei Rindern entdeckt, die nicht den klassischen Viehrassen unserer Gegend zuzurechnen sind."

Weil bei Früherkennung des Befalls und Behandlung für jedes Tier gute Heilungschancen bestehen, betonen der RP-Tierarzt und seine Kollegen die Bedeutung einer verstärkten Beobachtung der Herden durch ihre Halter und eine unverzügliche Meldung von Verdachtsfällen. Entsprechenden Appellen können die Bauern auch deshalb ohne Bedenken Folge leisten, weil eine Entdeckung der Seuche für den jeweiligen Betrieb zu keinen schweren Einzelkonsequenzen führt. Die Folgen der Blauzungenkrankheit trägt die südhessische Landwirtschaft gemeinschaftlich: Der gesamte Regierungsbezirk ist zur Gefahrenzone erklärt worden, was die Landwirte der Region beim Handel mit für die Seuche empfänglichen Tieren strengen Auflagen unterwirft. "Das hat jetzt schon manche traditionelle Handelsbeziehung gekappt", erklärt Sabine Sanft vom Veterinäramt des Odenwaldkreises in Erbach. An der Ausweisung des großräumigen Risikogebiets führt kein Weg vorbei, weil die Blue Tongue Disease als besonders ansteckend gilt: Die Viren sollen sich mit dem Wind verbreiten können; als Hauptüberträger gilt eine Stechmücke. Entscheidend ist auch, dass die derzeit in Deutschland grassierende Unterart zuvor nur in Breiten südlich der Sahara sowie in Mittel- und Südamerika vorkam.

Quelle: "Odenwälder Echo"
 
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