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  News vom: 27.05.2009   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Geliebte Kühe geben mehr Milch

 
 
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Zuneigung zu Tieren macht sich „bezahlt“. Bei Kühen trifft dies offenbar im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn britische Forscher fanden heraus, dass Kühe, die von ihren Besitzern einen eigenen Namen bekommen, nicht nur glücklicher und entspannter sind, sondern auch mehr Milch geben. Wenn der Bauer zu seinen Tieren eine persönliche Beziehung aufbaut, kann das rund 250 Liter mehr Milch pro Jahr bedeuten. Dies schließen britische Agrarforscher um Peter Rowlinson von der Universität in Newcastle aus einer Umfrage, die sie unter britischen Farmern durchführten.

Die Wissenschaftler verschickten Fragebögen an Milchbauern, um mehr über deren Umgang mit ihrem Vieh zu erfahren und darüber, wie die Tiere auf den Menschen reagieren. Die Auswertung von 516 Bögen ergab eine hohe Meinung der Landwirte von ihren Tieren: 90 Prozent glaubten, ihre Kühe haben Gefühle, 78 Prozent meinten sogar, ihre Tiere seien intelligent. Und fast die Hälfte der Befragten war der Ansicht, dass das Verhalten der Menschen sich direkt auf die Kuh wie etwa deren Fügsamkeit auswirke. Einige Bauern meinten auch, dass Kühe auf negative Erfahrungen mit Menschen mit geringerer Milchproduktion reagierten. Besteht dagegen eine sehr gute Beziehung zwischen Milchbauer und Kühen, steigt offenbar der Ertrag: Jene Bauern, die ihre Kühe beim Namen riefen, konnten im Schnitt 258 Liter mehr Milch pro Jahr und Kuh melken, rechneten die Forscher aus.

In der Vergangenheit hatten bereits mehrere Studien gezeigt, dass Kühe mit einem guten Verhältnis zum Menschen gesünder, produktiver und einfacher im Umgang sind. Die neue Studie belegt, dass darüber hinaus auch ihre Milchleistung gesteigert werden kann. Das Ergebnis der Meinungsumfrage müsse noch durch eine bessere statistische Untersuchung untermauert werden, betonen die Agrarforscher. Allerdings gäben die Resultate klare Hinweise auf eine Ertragssteigerung, wenn Bauern ihre Tiere nicht als anonyme Milchproduzenten behandeln.

Das ist möglicherweise mit ein Grund dafür, dass für bayerische Landwirte Kühe schon lange nicht mehr nur eine Nummer sind, sondern hier jede Milchkuh einen eigenen Namen hat. Es gibt sogar ein eigenes „Namensregister“: Im Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. (LKV) sind sämtliche Milchkühe Bayerns namentlich erfasst. Absoluter Spitzenreiter der beliebtesten Kuhnamen in Bayern ist übrigens der Name „Susi“, gefolgt von „Alma“ und „Berta“. In Franken zählt „Resi“ zu den Favoriten, während in Südbayern mehr „Bellas“ zu finden sind. Fast allen Milchkühen gemeinsam ist dabei, dass sie Vornamen tragen. Dies war keineswegs immer so, sondern hat sich erst seit dem 19. Jahrhundert so entwickelt. Früher dienten andere Kriterien als Anregung für die Namensgebung. So wurden die Tiere beispielsweise häufig nach bestimmten Eigenschaften wie „Flinke“, „Stolze“ oder nach äußerlichen Merkmalen wie der Farbe des Fells benannt („Weiße“, „Rote“). Auch Berufsbezeichnungen wie „Schneider" oder die Herkunft („Altenburger“) konnten bei der Namensvergabe eine Rolle spielen.

Quelle: "Deutsches Grünes Kreuz"
 
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