Milchkühe in Boxenlaufställen bevorzugen mit Strohhäcksel eingestreute Liegeboxen. Das zeigte ein Praxisversuch mit drei unterschiedlichen Boxenarten, den die Rinderklinik Hofbieber in Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig durchgeführt hat.
60 Holstein-Frisien-Milchkühe konnten frei wählen zwischen mit Strohhäcksel eingestreuten Liegemulden, mit Komfortmatratzen oder mit einfachen Gummimatten ausgelegten Liegeboxen. Zwei Stunden nach dem Morgenmelken und zwei Stunden nach einer Nachmittagsfütterung wurde das Liegeverhalten der Kühe erfasst.
Im Mittel waren dann 92 % der Strohhäckselboxen mit liegenden Kühen besetzt, dagegen nur 58 % der Komfortmatratzenboxen und 43 % der Gummimattenboxen. Die Belegung der Liegeflächen und die Bevorzugung durch die Kühe kann als Indikator für den Kuhkomfort gesehen werden. Der Kuhkomfort ist ein entscheidender Faktor für die Tiergesundheit und die Nutzungsdauer der Milchkühe. Die Nutzungsdauer von Holstein-Frisien-Milchkühen lag im Jahr 2006 nur noch bei 2,8 Laktationen. Abgangsursachen sind häufig auch Lahmheit und Gliedmaßenerkrankungen. Eine Kuh sollte etwa die Hälfte des Tages bequem liegen können. Das Euter wird im Liegen stärker durchblutet und so die Milchleistung und Eutergesundheit gefördert. Außerdem käuen die Kühe im Liegen verstärkt wieder, das fördert die Pansenstabilität. Bei der Ausgestaltung von Liegeboxen kommt es darauf an, dass sich die Kühe gerne, problemlos und lange hinlegen. Über die Studie berichtete die Tierärztliche Umschau.
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