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  News vom: 13.01.2010   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  MLP: Die Milch wandert in den Norden

 
 
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Die strukturellen Veränderungen zeigen weiterhin eindeutig den Trend hin zu größeren und spezialisierteren Betrieben. Eindeutig ist auch eine „Milchquotenwanderschaft“ von Süd nach Nord zu erkennen. Die Milchwirtschaft befindet sich im Norden regelrecht auf Expansionskurs. Besonders rasant hat sich der Strukturwandel bei den kleineren Betrieben vollzogen. Während der Anteil der Betriebe und Kühe in den Bestandsgrößen über 60 Kühe in den letzten Jahren konstant zugenommen hat, war die Zahl der Kühe unterhalb dieser Linie stetig rückläufig. Die Umstellung der Betriebe mit Anbindehaltung auf das Laufstallsystem schreitet insbesondere in den Grünlandregionen kontinuierlich fort. Die meisten Boxenlaufställe sind in den vergangenen 10 Jahren im Norden zwischen Ems, Weser und Elbe entstanden, wo die Bauern ihr Einkommen nur über die Milch erwirtschaften können.
Die kontinuierliche Leistungssteigerung mit über 8.700 kg Milch im Durchschnitt, in den Betriebsgrößen von 100 - 1000 Kühe/Betrieb zeigt, dass auch in dieser Größenordnung durch den zunehmenden und gezielten Einsatz von Technologien eine genaue Kontrolle und Bestandsführung in allen Produktionsphasen möglich ist und damit Leistungen in der Herde erreicht werden, die über dem Durchschnitt liegen.

Situation und technische Entwicklung
Im Kammergebiet Niedersachsen bestehen als Organisationen für die Durchführung der Milchleistungs- und Qualitätsprüfungen die Landeskontrollverbände Niedersachsen-Bremen e.V., mit 2 Untersuchungsstellen und 20 Milchkontrollvereinen sowie der Landeskontrollverband Weser-Ems e.V., mit 1 Untersuchungsstelle und 50 Milchkontrollvereinen.
Auf der Grundlage der monatlichen Probegemelksergebnisse führt VIT Verden die Leistungsberechnungen durch. Hierzu werden die angelieferten Daten 3 x täglich verarbeitet und die Auswertungslisten in Form des Zwischenberichtes verschickt. Diese Daten gibt es für eingetragene Nutzer auch in digitaler Form zur weiteren Nutzung in Herdenmanagementprogrammen. Mit dem Informationssystem Netrind hat der Landwirt per Internet und ohne spezielle Herdenmanagementsoftware Zugriff auf die aktuellen Daten seines Betriebes. Netrind bietet eine Vielzahl von Ansichten zum Einzeltier, zur Herde und zum Betrieb. Es umfasst auch Managementfunktionen zur Erstellung von Aktionslisten oder zur Führung von Arzneimittelbestandsbüchern.
Viele MLP-Mitgliedsbetriebe nutzen die Möglichkeit, eine gemeinsame Geburtsmeldung für die MLP und den gesetzlich vorgeschriebenen Bereich der Rinderkennzeichnung (VVVO) abzugeben. Das trägt zur Arbeitserleichterung, zur besseren Datenqualität und zu einheitlichen Datenbeständen und Tierdokumenten bei.
Neben den bekannten Erfassungslisten (Stallbuchseite) hält seit geraumer Zeit auch moderne Technologie Einzug in die Melkstände. Die elektronische Stallbuchseite ELSA läuft auf handlichen PDA-Geräten und macht mobilen IT-Einsatz im Stall möglich. Mit ELSA kann der Leistungsprüfer vor Ort die bisherigen Schreibarbeiten digital erledigen. Die erfassten Daten werden direkt an die Untersuchungsstellen der Kontrollorganisationen übermittelt.
Zeitnah nach der Milchkontrolle erhalten die Mitglieder der Milchkontrollvereine über ihre Herde eine VIT-Auswertung mit Informationen u. a. über den Fettgehalt, Eiweißgehalt, Zellgehalt, Harnstoffwert, sowie bei Bedarf auch Gefrierpunktergebnis für jede Kuh auf einen Blick und damit eine wertvolle Managementhilfe. Durch die Auswertung dieser Daten sind die Betriebe grundsätzlich in der Lage, im Durchschnitt hochwertigere Milch zu produzieren als die Milcherzeuger, die sich nicht an der Milchleistungs- und Qualitätsprüfung beteiligen. Die Nutzung der Ergebnisse aus den Zellzahluntersuchungen beweist immer wieder, dass eine Verbesserung der Eutergesundheit in der Herde durch die regelmäßigen Informationen über die Zellzahl der einzelnen Kühe aus der MLP leichter möglich ist. Die Zellzahluntersuchung der Einzelkuh ist gleichzeitig eine unerlässliche Voraussetzung für das, was heute mit dem Begriff Qualitätssicherung bezeichnet wird.

Fazit
Niedersachsen nimmt hinsichtlich der Leistungsentwicklung, der Kontrolldichte und des Zuchtviehverkaufs in der Bundesrepublik weiterhin eine Spitzenposition ein.
Neben einer guten Milchleistung gehören angepasste Fütterung, tiergerechte Haltung und eine verbraucherorientierte Milchqualität zu den Erfolgskriterien jedes Milcherzeugers. Zur Erreichung dieses Zieles bieten die MLP-Ergebnisse die besten Informationen, die ein Züchter und Milcherzeuger bekommen kann.

Quelle: "LWK Niedersachsen"
 
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