Seit dem Frühjahr 2007 tritt in deutschen Kuhställen eine rätselhafte, fast immer tödliche Krankheit auf: das Blutschwitzen oder wissenschaftlich korrekt das Hämorrhagische Diathese Syndrom (HDS). Ausschließlich Kälber im ersten Lebensmonat sind von der Blutgerinnungsstörung betroffen. Oft kommt es beim Einziehen der Ohrenmarken zu unstillbaren Blutungen, oder die Tiere bluten nach einer Injektion oder sogar ohne äußere Eingriffe aus der Haut.
Wissenschaftler konnten keine Hinweise auf eine Erblichkeit des HDS finden. Auch Toxine kommen als Ursache offenbar nicht in Frage. Im Fachjournal „Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift“ berichteten Anfang dieses Jahres nun Autoren von einer unerwarteten Entdeckung. Sie konnten bei 5 von 25 HDS-Kälbern Circovirus-Virus-DNS nachweisen. Die Erbsubstanz zeigte starke Ähnlichkeit mit dem Porzinen Circovirus Typ 2b (PCV 2b).
Die Ursache für das Blutschwitzen bleibt dennoch unklar. Experten gehen von einem multifaktoralen Geschehen aus, an dem Infektionen, Vergiftungen, Defekte im Immunsystem oder doch auch eine genetische Komponente beteiligt sind. Weitere Forschung zur Entstehung der Krankheit ist also notwendig.
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