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  News vom: 01.06.2010   |   News weiterempfehlen   |   News drucken  
  Betriebe mit niedrigen Zellzahlen: Was machen Sie anders?

 
 
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Dieser Frage ist eine aktuell veröffentlichte Untersuchung in den Niederlanden nachgegangen, die von der Hochschule Leeuwarden im Auftrag des niederländischen Eutergesundheitsdienstes und eines Futtermittelherstellers durchgeführt wurde (Veeteelt, 2010). In dieser Arbeit wurden die Daten von 83 Milchviehbetrieben ausgewertet, die in den beiden vorhergehenden Jahren konstant niedrige oder deutlich erhöhte Zellgehalte in der Tankmilch aufwiesen.

Die 35 Betriebe mit den hohen Zellzahlen hatten im Durchschnitt 81 Kühe im Bestand, die 48 Betriebe mit niedrigen Zellzahlwerten hielten im Schnitt 64 Kühe. Bei höherer Kuhzahl ist nach Ansicht der Versuchsauswerter eventuell schon ein vermehrter Infektionsdruck zu erwarten, zudem ist auch die Betreuung der Einzeltiere nicht mehr ganz so gut mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Eutergesundheit. Die mittlere Zellzahl der Betriebe mit ungünstiger Eutergesundheit lag bei rund 293.000, die Vergleichsgruppe erreichte im Mittel beachtliche 92.000 Zellen und lag damit um immerhin 200.000 Zellen niedriger.

Gegensatz dazu verfügen die Betriebe mit vermehrten Zellzahlproblemen nur zu 47 % über komfortable Liegeboxen, in der anderen Hälfte der Betriebe sind die Boxen nur mit einfachen Gummimatten ausgestattet, die den Kühen sicherlich keinen optimalen Liegekomfort bieten. Festgestellt wurde in der Auswertung auch, dass die Betriebe mit dem günstigen Zellzahlniveau die Liegeboxen häufiger sauber machen und auch die Laufgänge bzw. Spaltenböden öfter abschieben. Dies dürfte zu einer nachhaltigen Minderung des Infektionsdruckes führen und damit einen positiven Effekt auf die Eutergesundheit der Kühe haben. Spaltenlieger, deren vermehrtes Auftreten auf eine nicht optimale Gestaltung des Liegebereiches hinweisen, haben bekanntermaßen ein deutlich erhöhtes Risiko, Euterentzündungen zu bekommen. So verwundert es nicht, dass in den Hochzellzahlherden dieser Auswertung fast 30 % über Probleme mit Spaltenliegern berichten, während diese in den Herden mit günstigen Zellzahlen kaum vorzufinden sind.
Interessanterweise melkt ein Drittel der Betriebe mit niedrigen Zellzahlen die Kühe bereits vor der Kalbung, wenn diese die Milch laufen lassen. In der Vergleichsgruppe tut dies nur etwa jeder elfte Betrieb. Wenn die Milch bereits vor der Kalbung läuft, ist der Strichkanal offen und die Kühe können sich schneller eine Euterinfektion einfangen. Daher empfiehlt der niederländische Eutergesundheitsdienst den Milchviehbetrieben, solche Tiere bereits vor der Kalbung zu melken.

Die hier vorgestellte Untersuchung in Betrieben mit hohen und niedrigen Milchzellzahlen zeigt, dass die Eutergesundheit von einer Vielzahl von Managementfaktoren abhängt. Um günstige Zellzahlwerte zu erreichen, sollte man auf einen guten Kuhkomfort insbesondere auch in der Gestaltung des Liegebereichs achten und die Liegeboxen und Laufflächen regelmäßig reinigen. Wichtig ist sicherlich auch, dass die Betriebe sich konsequent von Kühen mit vermehrten Mastitisproblemen trennen. Positiv auf die Eutergesundheit wirken eine konsequente Nutzung von Melkhandschuhen, das Dippen möglichst mit einem Dippbecher und das Melken euterkranker Kühe möglichst zum Ende der Melkzeit. Die Behandlung der erkrankten Kühe nach einem festgelegten Plan sowie bakteriologische Untersuchungen zur Bestimmung der Erreger haben nach der hier vorgestellten Untersuchung deutlich positive Effekte auf den Zellgehalt der Tankmilch. Dies gilt auch für den Einsatz von Zitzenversieglern in der Trockenstehzeit, die sich günstig auf die Häufigkeit des Auftretens von Euterentzündungen auswirken.

Quelle: "LWK Niedersachsen"
 
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