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News vom: 13.08.2010 | News weiterempfehlen | News drucken |
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Bei Grassilageuntersuchung auch an Reineiweiß denken
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Mit dem zunehmenden Einsatz von Grassilage hat es in der Rinderpraxis vermehrt neue Krankheitsbilder gegeben, die bei Heufütterung nicht bestanden. Es handelt sich um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen, dass zu Leistungseinbußen, vermehrten Erkrankungen und Todesfällen führen kann – vornehmlich betroffen sind Färsen in der Frühlaktation. Dies berichten einige Tierärzte aus ihrer täglichen Praxiserfahrung. Als mögliche Ursache wurden zunächst erhöhte Nitratgehalte in den Grassilagen vermutet. Dieser Verdacht konnte aber durch spezielle Untersuchungen ausgeräumt werden. Da aber die Stickstoff-Fraktion in der Grassilage weiterhin verdächtigt wurde, folgten Untersuchungen zum Reineiweißgehalt in Grassilagen. Und tatsächlich bestätigte sich, dass das multifaktorielle Krankheitsgeschehen immer dann auftritt, wenn Grassilagen mit deutlich reduziertem Reineiweißgehalt (meist 1. Schnitt) das Hauptgrundfutter ausmachen. Daraus schließen die Tierärzte: Durch Verfütterung reinweißarmer Grassilagen stellen sich Veränderungen im Pansenstoffwechsel ein, die verminderte ruminale Leistungen (Eiweißproduktion, Energiestoffwechsel, Barrierenfunktion) bedingen und/oder sich direkt auf die Gesundheit des Wirtstieres auswirken können. Sie gehen davon aus, dass je nach Veränderungsart, -ort und -ausmaß solche Störungen für sich alleine, vielmehr aber noch im Verbund zur Begünstigung oder gar Ursache für die unter vielfältigen Krankheitsbildern auftretende Multifaktorenerkrankung werden. Möglicherweise spielen auch biogene Amine eine nicht unerhebliche Rolle. Eine infektiöse Ursache als Primärfaktor erscheint wenig wahrscheinlich.
Grundsätzlich gilt: Um eine tiergerechte Versorgung ermöglichen zu können, sollte jeder Landwirt und Futterberater genaue Kenntnisse über die Inhaltsstoffe und den Futterwert der zu verfütternden Silage haben. Nur auf dieser Basis kann die Rationsberechnung einen optimalen Grund- und Kraftfuttereinsatz gewährleisten und so eine bedarfs- und wiederkäuergerechte Fütterung ermöglichen. Gleichzeitig kann eine analytische Überprüfung des Grundfutters auch zur Erfolgskontrolle genutzt werden, um eventuell noch vorhandene Schwachstellen im komplexen Prozess der Futterkonservierung aufzuzeigen. Eine Untersuchung des Futterwertes der eigenen Silage ist daher zu empfehlen. Aufgrund der oben erwähnten möglichen Zusammenhänge zwischen Reineiweißgehalt und einem multifaktoriellen Krankheitsgeschehen ist darüber nachzudenken, ob nicht neben den üblichen Parametern wie Energiebewertung (NEL und ME), Rohprotein, nXP, RNB, Rohfaser, Gasbildung, Sand, Zucker, Trockensubstanz, Strukturwert, ADF, NDF und pH-Wert auch der Reineiweißgehalt mitbestimmt werden sollte. Verschiedene Untersuchungslabors, u.a. Blgg Deutschland in Parchim, das Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover und die LUFA Nordwest bieten die Bestimmung des Reineiweißgehaltes in Grassilagen mittlerweile an.
Quelle: "TGA" |
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