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Rindergrippe - Information für Landwirte

  Rindergrippe - Tipps zum Rindergrippe-Management

Rindergrippe - Tipps zum Rindergrippe-Management

von Thomas Wengenroth





    Video Rindergrippe: Frühwarnsignale erkennen Rindergrippe - zum Anfang

    Prof. Dr. Kerstin E. Müller, Direktorin der Klink für Klauentiere an der Freien Universität Berlin, zeigt und erklärt im Kälberstall die Symptome der Kälbergrippe.
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    Rindergrippe: Frühwarnsignale erkennenVideolänge: 24:15 min



    Kombinationstherapie für schnellen BehandlungserfolgRindergrippe - zum Anfang

    Die erste Grippe im Leben eines Rindes entscheidet über die weitere „Karriere“ des Tieres. Bereits mit der Geburt beginnt die erste Risikoperiode, denn Kühe können schon beim Abkalben massiv Erreger ausscheiden und ihre neugeborenen Kälber anstecken. Innerhalb weniger Stunden nach der Infektion entzündet sich das Lungengewebe. Erfolgt die Behandlung einer Lungenentzündung zu spät, bleiben die Tiere dauerhaft in ihrer Entwicklung zurück. Besonders gefürchtet sind bleibende Lungenschäden, die durch die überschießende Entzündungsreaktion im erkrankten Gewebe verursacht werden. Hier ist ein rechtzeitiges Eingreifen entscheidend. Doch die alleinige Erregerbekämpfung genügt nicht, denn nicht die Krankheitskeime, sondern die sich ausbreitende Entzündung in der Lunge ist für die gefürchteten Folgeschäden verantwortlich. Daher sollten für eine erfolgreiche Behandlung nicht nur Antibiotika alleine, sondern gleichzeitig auch Entzündungshemmer eingesetzt werden. Eine gegen die Keime und gleichzeitig gegen die Entzündung gerichtete rechtzeitige Behandlung erhöht die Chance auf eine vollständige Ausheilung.

    Mit einer gebrauchsfertigen Fixkombination ist dies ohne zusätzlichen Zeit- bzw. Arbeitsaufwand möglich. Das Kombinationspräparat setzt sich aus einem Antibiotikum und einem Entzündungshemmer zusammen. Das Antibiotikum wirkt dabei gegen alle relevanten bakteriellen Erreger der Rindergrippe. Zeitgleich greift die zweite Komponente des Medikaments, der Entzündungshemmer, in den Entzündungsprozess ein, führt schnell zur Fiebersenkung und lindert den Schmerz. Das Allgemeinbefinden der Tiere wird hierdurch schneller wieder normalisiert.
    Dabei erspart die einmalige subkutane Injektion weitere Behandlungen und reduziert so den Arbeitsaufwand für den Landwirt sowie die Stresssituationen für das erkrankte Tier auf ein Minimum.

    Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Rindergrippe bleibende Schäden verursacht, welche die Leistung der Tiere dauerhaft und massiv beeinträchtigt. Dies gilt nicht nur für die Mast, sondern auch für die Aufzucht. Denn nur aus gesunden Kälbern werden starke und hochleistende Milchkühe! Entscheidend ist eine gleichzeitige Bekämpfung bakterieller Erreger durch den Einsatz von Antibiotika und die Behandlung der auftretenden Entzündungen in der Lunge.



    Verluste bei der Rindergrippe vermeiden

    Auf Frühwarnsignale achten Rindergrippe - zum Anfang

    Mit Einbruch der nasskalten Jahreszeit beginnt die Haupt-Risikoperiode für die Rindergrippe. Jetzt ist es besonders wichtig, schon die ersten Anzeichen der Erkrankung zu erkennen und sofort zu behandeln, damit sich die Rindergrippe nicht wie ein Strohfeuer in der Gruppe ausbreiten kann. Doch häufig werden die ersten Symptome übersehen oder erst zu spät wahrgenommen. Untersuchungen haben ergeben, dass es im Mittel 47 Stunden dauert, bis die Erkrankung erkannt wird. Somit vergehen 2 Tage vom Beginn des Anstiegs der Körpertemperatur (Fieber) bis andere sichtbare Krankheitsanzeichen auftreten und die Tiere als „krank“ erkannt werden. Dieser Zeitraum ist jedoch enorm wichtig im Kampf gegen die Rindergrippe, da hier bereits Schäden im Lungengewebe entstehen können. Wenn die Tränke- bzw. Futteraufnahme vermindert sind, Husten, Nasen- und Augenausfluss auftreten und die Tiere abgeschlagen sind, ist es oft schon zu spät.
    Wie kann man die Rindergrippe frühzeitig erkennen? Es ist wichtig, aus der Entfernung zu beobachten, wie sich die Tiere in der Gruppe verhalten, ob sie husten oder angestrengt atmen und ob die Kopf- und Ohrenhaltung verändert ist. Eine auffällige Atmung ist das erste Alarmsignal. Sind Atemfrequenz und -tiefe verändert, gibt die Fiebermessung weitere Hinweise auf eine Infektion. Jedes Kalb mit einer Körpertemperatur über 39,5°C sollte sofort behandelt bzw. tierärztlicher Rat eingeholt werden, noch bevor weitere Krankheitszeichen auftreten. Aus der Nähe muss darauf geachtet werden, ob Symptome wie Ausfluss aus Auge, Nase oder Maul erkennbar sind. Informationen zu Risikoperioden und äußeren Symptomen finden Sie unter
    www.msd-tiergesundheit.de/rindergrippe. Hier steht ein anschauliches Stallposter „Atemwegweiser“ sowie einen „Leitfaden zum Atemwegweiser“ für Kälber und Rinder zum Download bereit.



    Atemwegweiser für Kälber und Rinder Rindergrippe - zum Anfang

    Atemwegweiser für Kälber und Rinder
    Atemwegweiser für Kälber und Rinder



    Durch Metaphylaxe Schlimmeres verhindern Rindergrippe - zum Anfang

    Die Rinder- oder Kälbergrippe kann schnell auf den gesamten Bestand übergreifen. Typischerweise werden in einer Gruppe nicht alle Tiere gleichzeitig krank. Bei einzelnen Kälbern geht es los, dann erkranken weitere Tiere und die Grippe breitet sich aus. Unterm Strich bedeutet dieser „Schneeballeffekt“ erhebliche Kosten. Erkrankte Tiere müssen unverzüglich behandelt werden. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist es unbedingt ratsam, auch die noch gesund erscheinenden Kälber vorbeugend mit einem lang wirkenden Antibiotikum ebenfalls zu behandeln. Diese vorbeugende Behandlung (sogenannte Metaphylaxe) führt dabei nicht automatisch zu einem höheren Antibiotikaverbrauch [1]. Im Gegenteil, sie hilft, die schweren kostenintensiven Erkrankungsfälle zu verhindern. Denn leider werden die größten Antibiotikamengen bei Tieren verbraucht, die schon hoffnungslos verloren sind – hier entstehen die größten Kosten ohne Nutzen [1].
    Mittlerweile stehen zur metaphylaktischen (vorbeugenden) Behandlung gemeinsam aufgestallter Rinder, wenn „Gefahr im Verzug“ ist (Metaphylaxe), moderne Präparate zur Verfügung, die mit nur einer Injektion sicher und lange wirken und gut verträglich sind. Sie können sowohl zur metaphylaktischen Behandlung, als auch zur Therapie bereits erkrankter Tiere eingesetzt werden, in der Aufzucht sowie in der Mast. Die Verfügbarkeit solcher innovativer Langzeit-Antibiotika erleichtert das Herdenmanagement und vereinfacht den Arbeitsablauf, denn mit ein- und demselben Medikament können in nur einem Arbeitsgang bereits erkrankte sowie gefährdete Tiere zuverlässig versorgt werden.
    Damit sich die Rindergrippe nicht wie ein Strohfeuer über die gesamte Gruppe ausbreiten kann, gilt es also nicht nur, Einzeltiere mit Atemwegserkrankungen zu heilen. Sondern auch die Gesunderhaltung von ganzen Gruppen durch vorbeugende Antibiotikagaben ist möglich.
    Fazit: Kranke Tiere therapieren, gefährdete Tiere metaphylaktisch (vorbeugend) behandeln.

    Quellen:
    [1] Müller K: Wann und wie macht eine Antibiotikum-Gabe an größere Tiergruppen wirklich Sinn?. Wies´n-Symposium Neufarn 2011.
    Metaphylaktische Maßnahmen sind essenziell, um Kälber und den Bestand zu schützen
    Metaphylaktische Maßnahmen sind essenziell, um Kälber und den Bestand zu schützen
    © MSD Tiergesundheit


    Therapie: Erreger und Entzündung gleichzeitig bekämpfen Rindergrippe - zum Anfang

    Die Rindergrippe stellt die verlustreichste Atemwegserkrankung in der Kälber- und Jungrinderaufzucht dar. Die finanziellen Verluste durch Totalausfälle, Behandlungskosten und erhöhten Arbeitsaufwand sind jedem Landwirt bewusst. Häufig unterschätzt wird der wirtschaftliche Spätschaden. Dieser entsteht durch die verminderte Lebensleistung der durch die Erkrankung dauerhaft geschädigten Tiere. Im Vordergrund stehen dabei bleibende Lungenschäden nach überstandener Rindergrippe, die durch die überschießende Entzündungsreaktion im erkrankten Gewebe verursacht wurden. Eine rechtzeitige und angemessene Therapie kann die Folgen der Rindergrippe größtenteils vermindern. Wichtig hierbei ist nicht nur eine Bekämpfung bakterieller Erreger durch den Einsatz von Antibiotika, sondern auch die Behandlung der auftretenden Entzündungen im Bereich der Lunge. Diese können je nach beteiligtem Erreger eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schädigung des Lungengewebes verursachen.
    Eine Studie belegt den Zusammenhang zwischen Leistungsbeeinträchtigung und Lungenschäden:
    In dieser englischen Studie wurden 645 Mastbullen aus 15 Betrieben nach der Schlachtung durch amtliche Tierärzte auf Lungenschäden und Rippenfellentzündungen untersucht. Bei 310 Tieren (48 Prozent) stellten die Veterinäre Schäden am Lungengewebe fest. 86 Prozent aller untersuchten Tiere hatten zusätzlich eine Rippenfellentzündung. Während die gesunden Tiere eine Tageszunahme von 1250 g aufwiesen, zeigte sich bei Tieren mit Lungenschäden ein Rückgang der täglichen Zunahmen von bis zu 202 g (das entspricht fast 74 kg pro Jahr oder 110 kg in der Mastperiode) und sogar eine Verminderung der Schlachtkörperqualität.
    Lungenschäden nach Rindergrippe sind bleibende Schäden und beeinträchtigen die Lebensleistung der Tiere!



    Rindergrippe im Griff – Strategisch impfen und richtig (be)handeln

    Rindergrippe ist eine rasant fortschreitende Erkrankung, die, wenn sie zu spät erkannt und behandelt wird, zu bleibenden Lungenschäden und somit zu dauerhaften Leistungseinbußen führt. Eine frühe Erkennung der ersten Anzeichen der Rindergrippe, wie erschwerte Atmung und Fieber, und eine sofortige Behandlung sind entscheidend.
    Damit die Rindergrippe gar nicht erst so ein großes Problem werden kann, ist ein geeignetes Impfmanagement, das möglicherweise alle Tiere eines Bestandes einbezieht (sowohl tragende Kühe und Färsen, als auch junge Kälber ab dem 8. Lebenstag) sinnvoll. Ist die Impfung nicht nur gegen Viren, sondern auch gegen Bakterien gerichtet, können außerdem der Antibiotika-Einsatz und somit die Behandlungskosten deutlich reduziert werden.
    Ein effizientes Rindergrippe-Management senkt die Kosten und erhöht die Leistung der Tiere und somit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes.



    Was passiert eigentlich bei der Rindergrippe? Rindergrippe - zum Anfang

    Kälber und Rinder, die am Abend noch weitgehend gesund erschienen, können am Morgen kaum noch zu retten sein. Schon wenige Stunden nach der Infektion entzündet sich das Lungengewebe.
    Besonders bei zu später oder nicht ausreichender Behandlung kommt es dann in der weiteren Folge oft zu bleibenden Spätschäden der Lunge, die die Atmung und damit die Leistungsfähigkeit des Tieres dauerhaft beeinträchtigen. Kranke Kälber und Rinder sollten mit einem geeigneten Antibiotikum und einem Entzündungshemmer behandelt werden, und zwar möglichst gleichzeitig – so bekämpft man die Infektion und die Entzündung in der Lunge. Im Mittel erkranken 25 % der Kälber mindestens einmal während des ersten Lebensjahres an einer Atemwegserkrankung, wie der Rindergrippe.
    Solche Atemwegserkrankungen betreffen einzelne Kälber und Rinder, häufig aber auch ganze Gruppen von Tieren, sowohl in der Aufzucht als auch in der Mast.
    Bei einem schweren Rindergrippe-Ausbruch können innerhalb von 3 Wochen mehr als 80 % der Tiere krank werden. Typischerweise werden in einer Gruppe nicht alle Tiere gleichzeitig krank. Bei einzelnen Kälbern geht es los, dann erkranken weitere Tiere und die Rindergrippe breitet sich innerhalb der Gruppe aus. Besonders nach Neueinstallungen oder Umgruppierungen erkranken die Tiere nach und nach an Rindergrippe. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die noch gesund erscheinenden Kälber mit einem lang wirksamen Antibiotikum vorbeugend (metaphylaktisch) zu behandeln.


    Warum ist die Früherkennung bei Rindergrippe so wichtig? Rindergrippe - zum Anfang

    Die wirksamsten „Waffen“ um hohe Behandlungs- und Folgekosten zu vermeiden, sind die Früherkennung und die Impfung. Ein frühzeitiges Eingreifen bedeutet geringere wirtschaftliche Verluste. Doch häufig werden die ersten Anzeichen von Rindergrippe übersehen oder erst zu spät wahrgenommen. Untersuchungen haben ergeben, dass es zwischen dem Anstieg der Körpertemperatur (Fieber) und dem Auftreten von sichtbaren Krankheitsanzeichen durchschnittlich 47 Stunden vergehen. Somit verstreichen 2 wichtige Tage im Kampf gegen die Rindergrippe, bis die Tiere als „krank“ erkannt werden. Wenn erst die Tränke- bzw. Futteraufnahme vermindert sind, Husten und deutlicher Nasen- und Augenausfluss auftreten und die Tiere abgeschlagen sind, ist es oft schon zu spät und die Lunge dauerhaft geschädigt.
    Es ist wichtig, aus der Entfernung zu beobachten, wie sich die Tiere in der Gruppe verhalten, ob sie husten oder angestrengt atmen und ob Kopf- und Ohrenhaltung verändert sind. Aus der Nähe muss darauf geachtet werden, ob sich Krankheitsanzeichen wie Ausfluss aus Auge, Nase oder Maul erkennen lassen.
    Eine auffällige Atmung ist das erste Alarmsignal. Gesunde Kälber sieht man normalerweise nicht atmen, so unauffällig ist es. Sind Atemfrequenz und -tiefe verändert, gibt die Fiebermessung weitere Hinweise auf eine Erkrankung. Kälber mit einer rektalen Körpertemperatur über 39,5°C sollten sofort behandelt werden, noch bevor weitere Krankheitszeichen auftreten.


    Wie kann man vorbeugen, was bewirkt die Impfung? Rindergrippe - zum Anfang

    Rindergrippe ist eine Faktorenerkrankung. Deshalb ist die Betrachtung aller beeinflussender Faktoren, wie Transportbedingungen, Gruppenbildung, Stallklima, Kolostrum-Management sowie Hygiene für eine gute Vorbeugung nötig. Vor allem die Impfung ist ein wesentlicher Teil der vorbeugenden Maßnahmen. Bei der Impfung im Aufzucht-Betrieb setzt sich immer mehr durch, den gesamten Bestand in die Impfmaßnahmen mit einzubeziehen, um Impflücken zu vermeiden. Jungtiere und neugeborene Kälber sind besonders anfällig für die Rindergrippe, da ihre Lungen noch nicht voll entwickelt sind. Damit sie die kalte Jahreszeit gut überstehen, ist es ratsam, die Impfung rechtzeitig durchzuführen. Die Impfung der Kälber ist bereits ab dem 8. Lebenstag möglich. Eine aktive Immunität baut sich nach der zweimaligen Grund-immunisierung allmählich auf, so dass die Tiere dann ab der 7./8. Lebenswoche einen belastbaren Schutz erlangen. Mit einem inaktivierten Kombinationsimpfstoff kann hierbei die virale und die bakterielle Komponente abgedeckt werden. [1]
    Da jedoch in einigen Betrieben Kälber bereits ab der 2. Lebenswoche erkranken, ist es in diesen Fällen sinnvoll, auch die Kühe und Färsen mit einem dafür zugelassenen Impfstoff einer Impfung zu unterziehen. Über eine ausreichende Kolostrumversorgung erlangen die Neugeborenen sofort einen passiven Schutz, der die Zeit überbrückt, bis sie ihren eigenen aktiven Schutz aufbauen. [2]
    Eine Impfung des gesamten Bestandes schützt die Tiere und führt dazu, dass weniger Erreger ausgeschieden werden. Dadurch sinkt der Infektionsdruck und die Ansteckungsgefahr für die Kälber reduziert sich.
    Die gezielte saisonale Vorsorge durch Schutzimpfungen senkt nicht nur das Risiko von Atemwegserkrankungen, sondern kann auch finanzielle Einbußen durch Totalverluste, Behandlungskosten, zusätzliche Aufzuchttage, schlechtere Zuwachsraten usw. minimieren.


    Welche finanziellen Folgen verursacht die Rindergrippe? Rindergrippe - zum Anfang

    Die Kälber- oder Rindergrippe ist einer der größten Kostentreiber in der Rinderaufzucht und somit verantwortlich für hohe wirtschaftliche Verluste. Teuer sind nicht nur Totalausfälle und Behandlungskosten. Als Folgekosten schlagen spätere Leistungseinbußen bei Mastgewicht und Milchleistung zu Buche.
    In der EU werden die durch Rindergrippe verursachten Schäden auf jährlich 576 Millionen € geschätzt. In der Kälbermast muss man mit Schäden in Höhe von ca. 125 € bei Fleischrassen und 65 € bei Milchrassen rechnen. In der Kälberaufzucht geht man von Verlusten von 90 € bei leichtem Verlauf und ca. 230 € bei einem schweren Verlauf aus (ohne Einbezug von Folgekosten wie später reduzierte Milchleistung oder Nutzungsdauer). [3]

    Quellen:
    [1] Pillet F et al.: Efficacy of inactivated and live combination vaccines against respiratory pathogens in calves under field conditions. EBF Marseille Poster 2009.
    [2] Makoschey B et al.: Effect of cow vaccination against BRSV and P13 on immune status ante partum and the transfer of colostral antibodies to calves. WBC Budapest Poster 2008.
    [3] Lührmann, B: Krank und teuer, dlz agrarmagazin 7/2009





    Effektives Grippe-Management

    Die Rinder- oder Kälbergrippe ist eine gefürchtete, weil rasant fortschreitende Infektion der Atemwege, die schnell auf den gesamten Bestand übergreifen kann. Die Behandlung erfolgt oftmals viel zu spät, weil erkrankte Tiere vom Besitzer als solche nicht erkannt werden. Für den Tierhalter bedeutet die verzögerte Behandlung unterm Strich einen Mehrverbrauch an Antibiotika und zusätzlich oft erhebliche Folgekosten, welche die Therapiekosten weit übersteigen können. Oftmals fließen teure Antibiotika in großer Menge in schwerkranke Tiere, die schon hoffnungslos verloren sind. Aber auch erkrankte Tiere, die überleben, kümmern und zeigen bleibende Lungenschäden sowie geringere tägliche Zunahmen. Dies führt auch zu einem höheren Erstkalbealter und einer dauerhaft geringeren Milchleistung.
    Unerlässlich, um der Erkrankung der Tiere vorzubeugen, ist ein ständiges und genaues Beobachten der Tiere. Sobald erste Symptome erkennbar sind, gehören Fiebermessen und eine unverzügliche Behandlung zu einem guten Rindergrippe-Management. Die rechtzeitige Impfung aller Tiere schützt zudem die gesamte Herde.



    Erreger und Stress gemeinsam machen krank Rindergrippe - zum Anfang

    Ursächlich beteiligt an der Rindergrippe – enzootischen Bronchopneumonie – sind eine ganze Reihe von Faktoren, infektiöse wie auch nicht infektiöse. Bestimmte Viren (z.B. BRSV und Parainfluenza-3-Virus) und Bakterien (vor allem Mannheimia haemolytica und Pasteurella multocida) kommen überall vor, führen jedoch – solange das Immunsystem der Tiere intakt ist – nur selten alleine zu einer Erkrankung. Wenn jedoch „Stressfaktoren“ hinzukommen, wird die Immunabwehr geschwächt und die Infektionsanfälligkeit steigt. Solche Stressoren können beispielsweise sein: ein Stall- oder Futterwechsel, der Zukauf von Tieren aus fremden Beständen, der nachlassende Schutz durch die Biestmilch bei den 3-4 Monate alten Kälbern und/oder die veränderten klimatischen Verhältnisse zu Beginn der Wintersaison. In diesen Perioden (Risikoperioden) besteht eine erhöhte Rindergrippe-Gefahr, sodass auf die Tiere noch intensiver als normal geachtet werden sollte.


    Eine sichtbare Atmung ist Alarmsignal Rindergrippe - zum Anfang

    Meist geht alles sehr schnell. Innerhalb weniger Stunden entwickeln die Tiere Fieber (Kälber > 39,5°C, Rinder > 39,0°C), sie atmen auffällig und beschleunigt, der Kopf ist häufig leicht gesenkt. Es kommt anfangs noch zu klarem wässrigen Nasenausfluss. Zudem sondern sich betroffene Tiere von der Herde ab. Vor allem eine sichtbare Atmung sollte den Tierhalter sofort alarmieren, denn bei gesunden Kälbern sieht man die Atmung nicht! Die Ansteckungsgefahr über die Atemluft oder über Anhusten (Tröpfcheninfektion) ist sehr groß. Auch wenn zu Beginn nur einzelne Tiere betroffen sind, erkrankt häufig innerhalb weniger Tage ein Großteil der Herde ebenfalls. Eine sofortige Behandlung ist deshalb extrem wichtig. Wenn erst der Nasenausfluss eitrig wird und die Tiere Tränke und Nahrung verweigern, sind bleibende Lungenschäden entstanden, die auch mit optimaler Therapie nicht mehr behoben werden können. Selbst wenn diese Tiere mit großem medikamentösen Aufwand „genesen“, werden sie ihre genetisch mögliche Milch- und Fleischleistung nicht wieder erreichen.

    In Zusammenarbeit mit Frau Prof. K. Müller von der FU Berlin hat Intervet Deutschland GmbH, ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit, ein anschauliches und informatives Stallposter zur Früherkennung der Rindergrippe entwickelt. Dieser „Atemwegweiser für Kälber und Rinder“ fasst die wichtigsten Informationen zu Risikoperioden und äußeren Symptomen für den Tierhalter zusammen. Das Stallposter steht ab sofort unter:
    www.msd-tiergesundheit.de/rindergrippe zum Download bereit oder kann über Ihren Tierarzt bei Intervet kostenlos angefordert werden.


    Kranke Tiere therapieren, gefährdete Tiere vorbeugend behandeln Rindergrippe - zum Anfang

    Erkrankte Tiere müssen unverzüglich sowohl antibiotisch als auch mit einem Entzündungshemmer behandelt werden. Das Antibiotikum tötet die Bakterien ab, der Entzündungshemmer senkt das Fieber, lindert die Schmerzen und stoppt die überschießenden Entzündungsprozesse in der Lunge, die sonst zu den bleibenden Schäden führen. Zur Anwendung kommt hier am besten ein Kombinationspräparat, das nur einmal subkutan – also unter die Haut – gespritzt wird und so den Behandlungsaufwand, die Kosten und den Stress für das Tier minimiert.
    Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist es unbedingt ratsam, auch die noch gesund erscheinenden Kälber vorbeugend mit einem lang wirkenden Antibiotikum zu behandeln. Auch für diese sogenannte Metaphylaxe stehen dem Tierarzt moderne Präparate zur Verfügung, die mit nur einer Injektion sicher und lange wirken und gut verträglich sind. Grundsätzlich ist zu bedenken: Eine vorbeugende Antibiotikagabe hilft, die schweren kostenintensiven Erkrankungsfälle zu verhindern, wenn „Gefahr im Verzuge“ ist, und spart dadurch Antibiotika und damit Kosten. Denn leider werden die größten Antibiotikamengen bei Tieren verbraucht, die schon hoffnungslos verloren sind – hier entstehen die größten Kosten ohne Nutzen.

    Bleibende Lungenschaeden   Erkranktes Kalb   Erkranktes Kalb  


    Vorbeugende Schutzimpfung zahlt sich aus Rindergrippe - zum Anfang

    Hinsichtlich der vorbeugenden Maßnahmen gegen Rindergrippe existieren viele Möglichkeiten, die insgesamt umso wirksamer sind, je konsequenter sie angewendet werden. Hierzu gehören geeignete Hygienemaßnahmen, die Optimierung der Haltungs-, Fütterungs- und Transportbedingungen, die Verhinderung der Keimeinschleppung durch zugekaufte Tiere, die Minimierung von Stress, eine optimale Versorgung der Kälber mit Biestmilch und vor allem konsequente Impfstrategien, die auf den jeweiligen Betrieb zugeschnitten sind.
    Die Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff gegen die ursächlichen Bakterien und Viren der Rindergrippe ist heute fester Bestandteil des modernen Herdenmanagementprogramms. Wenn auch die bakterielle Komponente abgedeckt wird, bestehen gute Aussichten, den Antibiotika-Verbrauch zu senken. Um Impflücken zu vermeiden, sollte der gesamte Bestand mit einbezogen werden. Denn auch Muttertiere können erkranken, zeigen jedoch in vielen Fällen selbst keine äußerlichen Symptome. Sie scheiden aber dennoch die gefährlichen Erreger aus und infizieren das Kalb in den ersten Lebenswochen, in denen dieses für die Rindergrippe am empfänglichsten ist. Alle tragenden Kühe und Färsen sowie Kälber ab dem 8. Lebenstag sollten mit einem geeigneten Impfstoff geimpft werden. Generell sollten Schutzimpfungen zur Grundimmunisierung 2 x im Abstand von 4-6 Wochen durchgeführt werden. Wiederholungsimpfungen können entweder als Bestandsimpfung (alle impffähigen Tiere in halbjährlichem Abstand) rechtzeitig mindestens zwei Wochen vor zu erwartenden Risikoperioden wie der Grippesaison beziehungsweise vor Transporten bzw. Umstellungen abgeschlossen sein.

    BestandsimpfungSaisonales Impfschema

    Fazit Rindergrippe - zum Anfang

    Neben einer möglichst tiergerechten Haltung, sind Kontrolle und schnelles Handeln die wichtigsten Maßnahmen für jeden Tierhalter, um seinen Stall weitgehend frei von Rindergrippe zu halten. Nur wer seine Tiere aufmerksam beobachtet, kann auch vor bösen Überraschungen sicher sein. Ein rechtzeitiges Eingreifen bei den ersten Alarmzeichen schont nicht nur die Tiere, sondern auch den Geldbeutel. Denn die Gesamtkosten, die bei einem Ausbruch der Erkrankung zu erwarten sind, übersteigen die Kosten zur Vorbeugung im Regelfall um ein Vielfaches. Weitere Informationen zum Thema Rindergrippe finden Sie im Intervet-Fokusthema unter www.msd-tiergesundheit.de/rindergrippe.


    Tipps für einen gesunden Stall!

    Augen auf: Beobachten Sie Ihre Tiere genau – gerade in Risikoperioden mit erhöhter Infektionsgefahr. Eine sichtbare Atmung ist höchstes Alarmsignal. Messen Sie im Zweifelfall regelmäßig Fieber, auch bei noch unauffälligen Kälbern. Rufen Sie beim ersten Verdacht sofort den Tierarzt.

    Keimeinschleppung verhindern: Achten Sie beim Zukauf besonders genau auf den Gesundheitszustand der Kälber. Idealerweise sollten diese bereits geimpft sein. Quarantäne und getrennte Haltung nach Altersgruppen ist sinnvoll, um Infektionsketten zu unterbrechen.

    Biestmilch schützt: Kälber werden ohne Schutzstoffe (Immunglobuline) geboren und sollten daher so schnell wie möglich nach der Geburt mit Kolostrum versorgt werden (mindestens 4 Liter in den ersten 12 Lebensstunden).

    Stress vermeiden: Stress erhöht die Infektionsgefahr. Führen Sie deshalb Umstallen, Absetzen, Transport und Futterwechsel ruhig und mit Bedacht durch. Achten Sie in dieser Zeit besonders gut auf die Tiere.

    Helligkeit und warme Tränke: Optimal sind 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit am Tag. Milchaustauscher sollten bei jungen Kälbern möglichst warm vertränkt werden. Hinsichtlich der Anmischtemperatur sind die Herstellerangaben zu berücksichtigen.

    Zugluft vermeiden und gut einstreuen: Kältere Luft wird gut vertragen, Zugluft jedoch nicht. Es ist unbedingt zu verhindern, dass Kaltluft auf die Kälber herabfällt. Durch reichliche Einstreu kühlen die Jungtiere nicht so schnell aus. So bleibt mehr Energie für das Wachstum und die Infektionsanfälligkeit sinkt. Rotlicht oder eine trockene Kälberdecke sorgen für Wärme. Letztere ist zu waschen, bevor sie ein anderes Tier bekommt.




    10 Tipps zum Rindergrippe-Management Rindergrippe - zum Anfang

    Atemwegserkrankungen sind neben den Durchfallerkrankungen die häufigsten Ursachen für wirtschaftliche Verluste in der Kälberaufzucht. Neben den Akutschäden entstehen zusätzlich Folgeschäden wie geringere tägliche Zunahmen und Entwicklungsstörungen (Kümmern), verlängerte Mast und Aufzucht, höheres Erstkalbealter und geringere Milchleistung. Wirtschaftlich betrachtet übersteigen die versteckten Folgekosten der Rindergrippe bei weitem die Behandlungskosten. Daher ist es sowohl aus wirtschaftlichen aber auch aus tierschützerischen Aspekten dringend erforderlich, diesen Problembereich frühzeitig und effektiv zu bekämpfen.


    Wie lassen sich die hohen Verluste in der Kälberaufzucht auf der Basis neuer Erkenntnisse und Managementmaßnahmen reduzieren?

    1. Zugluft und Schadgase vermeiden
      Kühe und auch Jungtiere können kalte Luft recht gut vertragen, wenn die Fütterung energetisch ausgewogen ist. Was ihnen jedoch Probleme bereitet, ist Zugluft oder kalte Luft, die auf sie fällt. Offene Stallseiten sollten daher geschlossen werden, ohne die Entstehung von Zugluft zu begünstigen. Schadgase reizen die oberen Luftwege und machen die Tiere für Infektionen empfindlicher. Sowohl im Sommer als auch im Winter gilt es, Schadgase zu vermeiden. Problematisch ist dies v.a. in Ställen mit Tiefstreu, da sich dort, wo die Tiere liegen, Ammoniakgase ansammeln. Staubgehalt, Schadgaskonzentration, Keimgehalt sowie Luftfeuchtigkeit sollten so gering wie möglich gehalten werden. Wichtig sind daher regelmäßiges Ausmisten, Einstreuen und zugfreie Frischluftzufuhr.
    2. Gut einstreuen & wärmen
      Gerade bei Kälbern schützt gute Einstreuung. Jungtiere kühlen nicht so schnell aus und verbrauchen erheblich weniger Energie, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Dadurch bleibt mehr fürs Wachstum übrig und die Tiere sind weniger anfällig für Erkrankungen. Sinnvoll ist es zudem, den Energiegehalt der Tränke zu erhöhen oder die Tiere zu wärmen (Rotlicht oder Kälberdecke). Decken dürfen allerdings nicht feucht sein und müssen gewaschen werden, bevor sie ein anderes Tier bekommt.
    3. Warme Tränke
      Im Stall sollten die Wasserleitungen zumindest gut isoliert sein, um eingefrorene Wasserleitungen zu verhindern. Besser sind frostsichere, beheizbare Tränken. Außerdem wird richtig kaltes Wasser von Rindern nicht gerne aufgenommen. Empfohlen werden Wassertemperaturen von 5 bis 15°C. Für Kälber sollte die Tränketemperatur von Milchaustaschern 40 bis 42°C betragen. Das heißt, bei weiteren Transportwegen muss die Anmischtemperatur entsprechend höher sein (bis 65°C).
    4. Licht an
      Längere Hellphasen verbessern insgesamt das Wohlbefinden und die allgemeine Widerstandsfähigkeit. Das bedeutet ca. 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit am Tag. Gerade im Winter ist dies nur mit Beleuchtung möglich, wobei die Lichtintensität in einer Höhe von 1 m über dem Boden 150 bis 200 Lux betragen sollte.
    5. Stress vermeiden
      Jede Form von Stress erhöht die Anfälligkeit für eine Infektion. Daher sollten alle Maßnahmen wie Absetzen, Umstallen, Transport, Futterumstellungen, Enthornen usw. mit Bedacht und großer Sorgfalt durchgeführt werden.
    6. Gutes Kolostrum-Management
      Das neugeborene Kalb ist darauf angewiesen, Schutzstoffe (Immunglobuline) aus der Kolostralmilch (Muttermilch) zu erhalten. Nur das Erstgemelk ist als Kolostrum zu betrachten, denn im folgenden Gemelk ist die Konzentration an Schutzstoffen bereits um 40 bis 50 Prozent niedriger. Die Qualität verschlechtert sich auch durch verzögertes Abmelken. Außerdem können die Schutzstoffe die Darmschranke des Kalbes nur in den ersten 24 Stunden überwinden. Daher gilt für die Versorgung des Kalbes: so viel wie möglich und so schnell wie möglich, jedoch mindestens 4 Liter in den ersten 12 Lebensstunden (in den ersten 2 Lebensstunden und 10 Stunden später jeweils 2 Liter Kolostrum – auch nachts!). Ohne diese maternalen Antikörper ist das Kalb den Krankheitserregern aus der Umwelt nahezu schutzlos ausgeliefert. Durch die Impfung hochtragender Kühe lassen sich für viele Krankheitserreger die Antikörper im Kolostrum stärker anreichern. Kolostrum muss hygienisch gewonnen werden und sollte nur von eutergesunden Kühen stammen.
    7. Einschleppung von Keimen verhindern
      In Bullenmastbetrieben kommen die Kälber meist aus verschiedenen Betrieben, wodurch die Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern besonders hoch ist. Deshalb ist beim Zukauf auf den Gesundheitszustand der möglichst gleichaltrigen Kälber (gleichmäßige homogene Gruppen) besonders zu achten. Idealerweise sollten die Kälber bereits geimpft sein. Das Rein-Raus-Verfahren mit gründlicher Reinigung und Desinfektion, getrennte Haltung der Tiere nach Altersgruppen, sowie Haltung neu zugekaufter Tiere im separaten Stall (Quarantäne) ist wichtig, um die Infektketten zu unterbrechen.
    8. Vorbeugende Impfungen rechtzeitig
      Neben der Optimierung der Haltungs- und Transportbedingungen ist die Impfung aller impffähigen Tiere eines Bestandes fester Bestandteil des Herdenmanagementprogramms. Kombinationsimpfstoffe mit mehreren Erregerkomponenten (gegen die ursächlichen Bakterien und Viren der Rindergrippe) haben sich hier bewährt. Die passende Impfstrategie richtet sich nach der betrieblichen Situation. Generell sollten Schutzimpfungen mindestens zwei Wochen vor der Risikoperiode (vor der Grippezeit, vor Transporten bzw. Umstellungen) abgeschlossen sein.
    9. Früherkennung
      Ein aufmerksames Gesundheitsmonitoring zur Früherkennung hilft meist Verluste zu begrenzen: Erstes Alarmsignal ist eine auffällige Atmung. Ein gesundes Kalb sieht man normalerweise nicht atmen, so unauffällig ist es. Sind Atemfrequenz und -tiefe verändert, gibt die Fiebermessung weitere Hinweise auf eine Infektion. Jedes Kalb mit einer rektalen Körpertemperatur über 39,5°C und jedes Rind mit einer erhöhten Temperatur über 39,0°C sollte sofort behandelt bzw. tierärztlichen Rat eingeholt werden, noch bevor weitere Krankheitszeichen auftreten (siehe Infokasten Früherkennung). Zu groß ist zudem die Gefahr, dass diese Tiere weitere Nachbartiere anstecken. Ein Tier, das am Abend noch weitgehend gesund erschien, kann am Morgen kaum noch zu retten sein. Wenn erst die Tränke- bzw. Futteraufnahme reduziert sind, Husten, Nasen- und Augenausfluss auftreten und die Tiere abgeschlagen sind, ist es oft schon zu spät. Sind die ersten Rinder in einem Bestand an Rindergrippe erkrankt, sollte man bei allen Tieren täglich Fieber messen.
    10. Erfolgreich behandeln
      Die Behandlung der rasant fortschreitenden Rindergrippe ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die alleinige Erregerbekämpfung mit einem Antibiotikum reicht zudem nicht aus! Denn nicht die Krankheitskeime, sondern die überschießende Entzündung in der Lunge ist für die gefürchteten Folgeschäden verantwortlich. Daher sollten neben einem schnell wirksamen Antibiotikum gleichzeitig auch Entzündungshemmer eingesetzt werden, um die Chance auf eine vollständige Ausheilung der Lunge zu erhöhen. Der Entzündungshemmer bewirkt außerdem eine schnelle Fiebersenkung und lindert den Schmerz.

    Ein frühzeitiges Eingreifen bedeutet weniger wirtschaftliche Verluste. So können Sie die Rindergrippe frühzeitig erkennen:


      normal   Alarm
      Atemtyp   unauffällige Rippenatmung   deutlich sichtbare Bauchatmung
      Atemfrequenz   < 36 Atemzüge pro Minute   > 36 Atemzüge pro Minute
      Atemintensität   gering   erhöht
      Körpertemperatur Kalb   < 39,5°C   > 39,5°C
      Körpertemperatur Rind   < 39,0°C   > 39,0°C


    Um Tierhalter und Tierärzte zu unterstützen, hat Intervet nun ein umfassendes Fokusthema zu dieser komplexen Thematik erstellt.
    Unter www.msd-tiergesundheit.de/rindergrippe stehen in separaten Bereichen fachliche sowie allgemeine Informationen und Praxistipps bereit. Rindergrippe - zum Anfang


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