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Fokusthema: Schweine richtig impfen

  Fokusthema: Schweine richtig impfen

Fokusthema: Schweine richtig impfen

von Thomas Wengenroth





    Video: Schweine richtig impfen Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Dr. Sonja Hillen arbeitet als Tierärztin in der Klinik für Schweine an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mit ihr konnten wir einen Ferkelerzeuger besuchen und im Stall bei der fachmännischen Impfung von Ferkeln und Sauen zusehen.
    Im Gespräch erklärt sie worauf es beim Impfen ankommt und was man unbedingt beachten muss; von der Grundimmunisierung der Sauen bis zur intradermalen Ferkelimpfung.
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    Video: Schweine richtig impfenVideolänge: 16:41 min


    Weniger Viren – bessere Leistungsdaten – mehr Ertrag Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Infektionen mit dem Porcinen Circovirus Typ 2 (PCV-2) verursachen in der Schweinemast Schäden in Millionenhöhe. Eine Impfung bietet Schutz über die gesamte Mastdauer hinweg. So haben zwei aktuelle Studien gezeigt, dass die Impfung auch in Betrieben mit bereits guten Leistungsdaten die Tageszunahmen weiter erhöht, die Mortalitätsrate deutlich gesenkt und eine weitere Verkürzung der Mastdauer erreicht werden kann.

    Skoeries et al. [1] verglichen die Leistungsdaten von Mastschweinen, die mit einem modernen Impfstoff geimpft worden waren, mit ungeimpften Tieren. In einer zehnmonatigen Prästudie wurden die Daten von 21.049 ungeimpften Mastschweinen erhoben. Bereits hier waren sehr gute Tageszunahmen von 956g, eine Mastdauer von 94 Tagen und eine vergleichsweise niedrige Verlustrate von 1,72% zu verzeichnen.
    Danach stallte der Betrieb nur noch Läufer ein, denen im Alter von drei Wochen vom Ferkelerzeuger der PCV Impfstoff (2 ml Dosisvolumen) verimpft worden war. Die Leistungsdaten von 29.309 geimpften Tieren wurden über 12 Monate gesammelt und ausgewertet. Durch die Impfung konnte die Leistungsdaten noch einmal deutlich gesteigert werden: Die Tageszunahmen stiegen um 56g auf 1.012g, die Mastdauer reduzierte sich auf 91 Tage und auch die Mortalitätsrate sank um mehr als die Hälfte auf 0,75%.
    Ähnliche Ergebnisse zeigen Daten aus der Langzeitmast in einem spanischen Betrieb. Lopez et al.[2] verglichen die Daten von 9.322 ungeimpften Schweinen (vor Einführung des Impfstoffs) mit jenen von 8.776 geimpften Tieren (nach Einführung) in einem Betrieb mit subklinischer PCV-2-Präsenz. Die geimpften Schweine wiesen bei einem geringeren Futtermitteleinsatz bis zu 53g höhere Tageszunahmen auf. Darüber hinaus konnte die Mastdauer um 8 Tage von 257 auf 249 Tage reduziert werden. Die Mortalitätsrate konnte auch hier halbiert werden. Die Impfung hat sich somit auch bei längerer Mastdauer als sicher und effizient erwiesen.


    Über PCV-2 Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Das Porcine Circovirus Typ 2 (PCV-2) steht in Verbindung mit verschiedenen Faktoren-krankheiten, wie beispielsweise dem Postweaning Multisystemic Wasting Syndrome (PMWS) oder dem Porcine Dermatitis Nephropathie Syndrom (PDNS). Sowohl die akuten Syndrome mit einer ausgeprägten Symptomatik als auch die chronischen subklinischen Erkrankungen können zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen führen. Schlechte Tages-zunahmen und höhere Mortalitätsraten korrelieren dabei mit der Höhe der Viruslast im Blut.
    Die Impfung senkt die Viruslast effizient, verringert Verluste durch PCV-2- und Sekundärinfektionen und verbessert den wirtschaftlichen Ertrag deutlich, wie die beiden aktuellen Studien belegen.[3], [4]



    [1] Skoeries O et al. Effect of a single dose of Porcilis® PCV on performance data on an very large finishing farm with a mild subclinical PCV2 infection. Poster Presentation VP-530 IPVS CONGRESS 2012, Jeju, South Korea
    [2] Lopez JV et al. Efficacy of vaccination against PCV2 in Iberian piglets within a subclinical profile of the disease. Oral Sessions EO-039 IPVS CONGRESS 2012, Jeju, South Korea
    [3] Ubeda JL et al. Comparison of the serology of piglets vaccinated with Porcilis® PCV and an alternative PCV vaccine
    [4] Martelli P et al. One dose of a porcine circovirus 2 subunit vaccine induces humoral and cell-mediated immunity and protects against porcine circovirus-associated disease under field conditions. Vet Microbiol 2011;149(3-4):339-351





    Hintergrundinformation Porcines Circovirus Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Erst im Jahre 1991 wurde das Porcine Circovirus Typ 2 (PCV-2) als Krankheitserreger entdeckt. Die wichtigsten Erkrankungen, an denen es beteiligt ist, sind das Post Weaning Multisystemic Wasting Syndrome (PMWS) und das Porcine Dermatitis and Nephropathy Syndrome (PDNS). Weitere PVC-2-assoziierte Erkrankungen (PCVAD, Porcine Circovirus Associated Diseases) sind der Porcine respiratory disease complex (PRDC) oder das Sow abortion-mortality syndrome (SAMS).
    PMWS und PDNS gehören nach wie vor zu den weltweit bedeutendsten Erkrankungen in der Schweineproduktion. Nach heutigem Wissen korreliert der Schweregrad der klinischen Symptome direkt mit der Menge der PCV-2-Viren im Blut bzw. dem Erregerdruck im Bestand. Ziel einer erfolgreichen Therapie bzw. Prophylaxe muss sein, die Viruslast im Blut der Tiere zu senken oder ganz zu eliminieren. Denn nur so lassen sich geringe Tageszunahmen und verlängerte Mastdauer verhindern sowie die Mortalitätsraten senken. Für einen schnellen Immunitätsaufbau und einen langanhaltenden Schutz stehen heute wirksame Impfstoffe gegen das PCV-2-Virus zur Verfügung.



    Was sind Circoviren? Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Circoviren gehören zu den Circoviridae und besitzen ein einzelsträngiges ringförmiges Genom. Sie gehören mit einer Größe von nur 17 Nanometer zu den kleinsten aller bekannten Säugetierviren. Sie besitzen keine Virushülle, zeichnen sich aber – ebenso wie alle anderen unbehüllten Viren – durch eine hohe Tenazität (Widerstandsfähigkeit) aus. Sie sind äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse und widerstehen hohen und niedrigen Temperaturen, extremen pH-Werten sowie auch den meisten Desinfektionsmitteln.
    Es gibt Porcine Circoviren vom Typ 1 und Typ 2. Das Circovirus Typ 1 wurde im Jahre 1974 erstmals beschrieben; er ist jedoch für das Schwein apathogen. Erst mehr als 20 Jahre später wurde Typ 2 dieses Virus‘ aus an PMWS erkrankten Schweinen isoliert. Auch heute noch lassen sich die PCV-2-Viren im Blut nachweisen.
    Die Virusverbreitung erfolgt auf mehreren Wegen: aerogen als Tröpfcheninfektion über den Nasen-Rachen-Raum, durch direkten Tier-Tier-Kontakt mit latent infizierten Trägerschweinen oder aber mechanisch durch Mist, Gülle und Sperma. Auch eine diaplazentare Infektion der Feten ist möglich. [1]
    PCV-2-Viren können in klinisch gesunden Schweinen in lymphatischen Geweben persistieren und sind auch in den meisten Schweinebeständen nachweisbar (subklinische Infektionen). Einige Untersuchungen gehen sogar von einer Herdenprävalenz von 100% aus.[2] Selbst eine niedrige PCV-2-Viruslast im Bestand kann sich negativ auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auswirken.[3] Ein geringer Virusgehalt im Blut geht zwar vermutlich nur mit einer milden Symptomatik einher, durch weitere Erreger oder andere, das Immunsystem belastende Faktoren, wie Stress oder schlechte Hygiene können jedoch klinisch apparente Erkrankungen, mit unterschiedlicher Ausprägung, entstehen. Ein hoher Virusgehalt ist dabei in aller Regel mit einer klinischen Symptomatik verbunden.


    PMWS – gefürchtet und teuer Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Unter dem Begriff „Post Weaning Multisystemic Wasting Syndrome“ versteht man das infektiöse Kümmern der Ferkel nach dem Absetzen. Zur sicheren Diagnose von PMWS müssen, da das PCV-2-Virus auch in gesunden Beständen vorkommt, neben dem Nachweis des PCV-2-Virus‘ noch weitere Laboruntersuchungen (z.B. Histologie, Polymerase-Kettenreaktion), das klinische Bild und die pathologisch-anatomischen Organveränderungen herangezogen werden.[4]
    Der Verlauf und das klinische Bild einer PMWS können innerhalb verschiedener Betriebe ziemlich unterschiedlich sein. In der Regel beginnt die Erkrankung schleichend, meist zwischen der 7. und 20. Lebenswoche – also am Ende der Aufzucht (Flatdeck) und zu Beginn der Mast. Eine Tendenz hin zu einem späteren Ausbruch der Erkrankung in der Mittel- und Endmast ist allerdings zu beobachten.[2]
    Zu den wichtigsten sichtbaren Symptomen zählen eine verminderte Vitalität, die sich in Teilnahmslosigkeit und verringerter Futteraufnahme äußert, Blässe und/oder ikterische Gelbfärbung der Haut, Atemnot, eine leichte Konjunktivitis mit Tränenfluss und oft verklebten Augen sowie vergrößerte Lymphknoten, vor allem in der Inguinalgegend. Durchfälle und Fieber kommen ebenfalls vor. Erkrankte Tiere verenden entweder plötzlich innerhalb von etwa einer Woche oder bleiben als Kümmerer im Wachstum deutlich zurück. Der pathologische Befund bei verendeten Schweinen reicht von hochgradigen Ödemen in Lunge und Dickdarm, vergrößerter Leber und Milz, geschwollenen Lymphknoten über Gastroenteritiden und petechialen Nierenblutungen bis hin zu Herzmuskelveränderungen. Für den Tierhalter bedeuten sowohl die verendeten als auch die hinter ihrem Leistungspotenzial zurückbleibenden Tiere gravierende finanzielle Verluste.


    Häufige Todesfälle durch PDNS Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Das „Porcine Dermatitis and Nephropathy Syndrome“ ist durch Vaskulitiden, also Entzündungen der Blutgefäße in Haut und Nieren gekennzeichnet. Diese Erkrankung tritt sehr häufig in Beständen mit schon bestehender PMWS auf. PCV-2-Viren sind hierbei regelmäßig in verschiedenen Organen nachzuweisen; ob diese oder aber Koinfektionen verantwortlich für das Krankheitsbild sind, ist noch nicht abschließend geklärt und wird derzeit noch genauer untersucht. Als charakteristisch für diese Erkrankung gelten rotbraune, rundliche, oft konfluierende Hautflecken (Unterhautblutungen) vor allem im Flankenbereich, an den Beinen sowie perianal. Begleitend können Fieber, Appetitlosigkeit, Tremor und manchmal auch Bewegungsstörungen auftreten. Eine gewisse Ähnlichkeit der Symptomatik mit der klassischen Schweinepest macht eine Ausschlussdiagnostik notwendig. Die Krankheit verläuft akut bis perakut. Die Morbidität ist normalerweise gering, die Mortalität dagegen sehr hoch. Viele betroffene Schweine verenden innerhalb von wenigen Tagen.[5]
    PDNS tritt meist zwischen der 10. und 16. Lebenswoche auf, gelegentlich aber auch deutlich früher oder später. Betroffen sind nicht selten vorher unauffällige Tiere und es treten bereits Todesfälle auf, bevor erste Hautflecken zu sehen sind. In der Regel sind die typischen Hautveränderungen alleine pathognomonisch. Blutig infiltrierte Lymphknoten, vergrößerte und entzündete Nieren mit petechialen Blutungen sowie Magengeschwüre treten bei der pathologischen Untersuchung häufig zutage. [5]


    Hohe Viruslast, hohe Erkrankungsrate Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Welche Rolle das PCV-2-Virus bei der Entstehung von PMWS/PDNS spielt, ist bis heute nicht bis ins letzte Detail erforscht. Man weiß sicher, dass Kofaktoren entscheidend für einen Krankheitsausbruch sind.[6] Zu diesen zählen das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS), bestimmte Parvoviren sowie ein hoher Keimdruck, häufig verursacht durch mangelhaftes Betriebs- und Produktionsmanagement. Möglicherweise erfährt das PCV-2-Virus durch ein stark belastetes Immunsystem eine Steigerung seiner Pathogenität.[3] Auch eine richtige Fütterung, welche die Tiere ausreichend mit B-Vitaminen und Antioxidantien versorgt, scheint bedeutsam zu sein und zur Gesunderhaltung bzw. Genesung des Bestands beizutragen.


    Impfung verbessert Leistungsparameter Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Um die wirtschaftlichen Verluste durch PCV-2-Infektionen und der Entstehung von PMWS/PDNS weitestgehend zu reduzieren, sollten zwei Aspekte ganz im Vordergrund stehen: einerseits die Optimierung der Haltungsbedingungen bzw. des Managements im Bestand und andererseits die Implementierung der PCV-2-Impfung (20-Punkte-Plan nach Madec).
    Im Mittelpunkt der betrieblichen Maßnahmen steht die Senkung des Infektionsdrucks für (noch) gesunde Tiere. Dazu gehören ein konsequentes Rein-Raus-Verfahren, die Separation und Behandlung bzw. Tötung kranker Tiere, eine vertretbare Belegdichte, die Optimierung von Luftzufuhr und Temperatur im Stall, eine penible Einhaltung aller Hygieneanforderungen sowie die Vermeidung von unnötigem Stress für die Tiere.
    Die Impfung verhindert bzw. vermindert die Virämie effizient. Dadurch verringert sich auch die Anzahl an virämischen Tieren im Bestand, sodass die Reinfektionsrate sinkt und subklinische Infektionen verhindert werden. Dadurch verbessern sich die Leistungsparameter im Bestand, d.h. die Futterverwertung und die Tageszunahmen steigen und die Mastdauer sowie die Mortalitätsrate sinken. Gleichzeitig können so die Behandlungskosten durch einen geringeren Antibiotika- bzw. Medikamenteneinsatz gesenkt werden, was sich zudem positiv auf die Fleischqualität auswirkt. Insgesamt führt die konsequente Durchimpfung des Bestandes zu verbesserten Produktionsergebnissen, was für den Landwirt einen großen wirtschaftlichen Vorteil bedeutet.
    Vier Impfstoffe gegen PCV-2 sind derzeit in Europa zugelassen, ein reiner Sauenimpfstoff und drei Ferkelimpfstoffe. Diese unterscheiden sich in der Anzahl der notwendigen Impfungen, im Impfzeitpunkt und in der Dauer der induzierten Immunität. Da der optimale Impfzeitpunkt zum Aufbau einer wirksamen Immunität zwei Wochen vor einer möglichen Infektion liegt ist es wichtig, den möglichen Infektionszeitpunkt auch genau zu kennen.[6] Dieser lässt sich durch einen Labortest (INGEZIM) gut bestimmen. IgM-Antikörper gegen PCV-2 steigen sofort nach der Infektion an, IgG-Antikörper erst später, dafür länger anhaltend. Durch das Verhältnis der Antikörperfraktionen lässt sich der gesuchte Zeitpunkt gut errechnen


    [1] Magar R. et. al., Retrospective serological survey of antibodies to porcine circovirus type 1 and type 2. Can. J. Vet. Res. 64:184-186, 2000
    [2] Circovirus Typ 2 der Schweine (PVC-2) 06/2011. Bundesamt für Veterinärwesen BVET, Schweizerische Eidgenossenschaft. http://www.bvet.admin.ch/gesundheit_tiere/01065/04427/index.html?lang=de
    [3] Dewey C., Why PCV2 viremia matters to swine practitioners, Proceedings 21st IPVS Vancouver, Kanada, 2010
    [4] PCV2-Infektion. LVL Lebensmittel- und Veterinärlabor, 49685 Emstek. www.lvl.de/fach/pcvi.html
    [5] Rosell C., Pathological, immunohistochemical, and in situ hybridization studies of natural cases of postweaning multisystemic wasting syndrome (PMWS) in pigs; J.Comp. Pathol. 120:59-78, 1999
    [6] 6 Tanja Opriessnig et. al., Porcine circovirus type 2–associated disease: Update on current terminology, clinical manifestations, pathogenesis, diagnosis, and intervention strategies.; J Vet Diagn Invest 19:591–615 (2007)





    Hintergrundinformation PRRSV Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Das Porcine Respiratory and Reproductive Syndrome (PRRS) zählt zu den bedeutendsten Schweinekrankheiten überhaupt: In schweinedichten Regionen sind bis zu 80% der Bestände PRRSV positiv, mit zum Teil erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Infektion mit dem PRRS-Virus führt zu Reproduktionsproblemen wie Früh- und Totgeburten oder Spätaborten bei Sauen sowie zu Atemwegserkrankungen mit darauffolgendem Kümmern bei Ferkeln und Mastschweinen. Das Virus selbst verändert sich ständig und oft sind die Tiere mit verschiedenen Virusvarianten gleichzeitig infiziert, was zu entsprechend heterogenen Krankheitsbildern führt. Diese reichen von nahezu unauffällig bis hin zu schwerwiegenden klinischen Symptomen ähnlich denen einer Infektion mit Schweineinfluenza, Aujeszky-Krankheit oder Schweinepest.

    Meister der Wandlung Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    PRRS-Viren gehören zur Familie der Arteriviridae und sind vor allem bei Schweinen und Pferden als Krankheitsauslöser bekannt. Arteriviren sind behüllt und zwischen 45 und 60 nm groß, sie besitzen eine einsträngige RNA und infizieren in erster Linie die Makrophagen in der Lunge, in denen dann auch die hauptsächliche Virusvermehrung stattfindet. Vor allem die hohe Variationsfreudigkeit dieser Viren als auch der zunehmende, intensive Tiertransport oft über weite Strecken erschwert deren Bekämpfung in befallenen Schweinepopulationen. Grundsätzlich werden zwei Genotypen unterschieden, der EU- und der US-Genotyp. Die Diversität der Viren nimmt mit räumlicher und zeitlicher Entfernung zu. Erschwerend kommt hinzu, dass die viralen Proteine nicht auf der Oberfläche infizierter Makrophagen präsentiert werden und daher auch nicht sofort vom Immunsystem erkannt werden können.[1] Daraus resultiert eine oft mehrmonatige Erregerpersistenz in den infizierten Tieren, die nicht selten genetisch verschiedene Varianten gleichzeitig in sich tragen.
    Auch die Genetik der Schweine selbst hat einen großen Einfluss auf die Anfälligkeit für PRRS. In diversen Studien konnten bei in-vitro-Versuchen rasseabhängige Unterschiede der Infektionsrate in den Lungen-Makrophagen festgestellt werden. Die PRRS-Durchseuchung bei Hausschweinen ist somit innerhalb der Rassen deutlich verschieden und insgesamt wesentlich höher als bei Wildschweinen.[2]

    Vielzahl von Übertragungswegen Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Der Zukauf von äußerlich unauffälligen, jedoch bereits infizierten Schweinen gilt als Hauptverbreitungsweg der PRRS-Viren. Parallel existieren, besonders über kurze Distanzen, viele weitere Übertragungsmöglichkeiten: mittels kontaminierter Personen, die die erforderlichen Hygieneanforderungen (Schutzkleidung, Händedesinfektion, Einmalhandschuhe etc.) nicht einhalten, über Transportfahrzeuge, aber auch über den Zukauf von Samen infizierter Eber oder über den Kontakt von Haus- mit Wildschweinen. Innerhalb der Herde wird das PRRSV über alle Körpersekrete, also über Speichel, Lungenflüssigkeit, Milch, Kot oder Harn verbreitet. Auch eine intrauterine Übertragung auf die Feten findet statt, in denen das Virus bis zu vier Monate lang nachweisbar bleibt.[3]
    Da die Symptomatik einer PRRS-Erkrankung sehr variabel ist, wird der sichere Nachweis bzw. Ausschluss einer Infektion erst im Labor erbracht. Eine Methodik ist der ELISA-Test, mit dem sich Antikörper im Blut nachweisen lassen, eine andere der PCR-Test (Polymerase Chain Reaction), der indirekt die Viren selbst in Blut oder Organen erkrankter Tiere sichtbar machen kann. Da ein einzelnes positives PRRS-Ergebnis kaum Aussagekraft hat, sollte immer eine von der Bestandsgröße abhängige Mindestprobenanzahl genommen werden – am besten von bereits auffälligen Tieren. Diagnostisch bestätigt ist ein PRRS-Verdacht dann, wenn der Großteil der Proben positiv ausfällt.

    Uneinheitliche Krankheitszeichen erfordern erhöhte Wachsamkeit Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Die zahllosen Virusvarianten sind der Grund für die uneinheitlichen Krankheitsbilder und die Schwankungen in der Intensität der Symptomatik. Hinzu kommen häufig Sekundärerreger und mangelhaftes Management. Manche Virustypen schädigen in erster Linie Jungtiere, vor allem im Bereich der Atemwege, andere verursachen überwiegend Fruchtbarkeitsstörungen bei den Sauen.
    Bei den Absatzferkeln und in der Mast häufig zu beobachten sind therapieresistente Pneumonien mit wechselndem Fieber, hochrote Konjunktiven in Verbindung mit Lidödemen und Augenausfluss, blaurot verfärbte Ohren (Zyanosen) sowie vereinzelt Rhinitiden und Brüllhusten.[4] Nicht selten ist die Futteraufnahme reduziert, die Tiere wachsen auseinander und weisen eine erhöhte Infektanfälligkeit auf. Auch ein völlig asynchroner Krankheitsbeginn mit wellenförmigem Verlauf sollte für den Tierhalter Anlass sein, besonders wachsam zu sein. Bei der Sektion mit anschließender pathohistologischer Untersuchung verendeter Tiere findet sich fast regelmäßig eine hochgradige proliferative interstitielle Pneumonie, welche die gesamte Lunge betrifft.
    Akute Infektionen bei Sauen führen zu Spätaborten um den 110. Tag der Trächtigkeit, zu Frühgeburten, zu Geburten lebensschwacher Ferkel, zu Abmagerung (Anorexie) oder plötzlichen Todesfällen. Zyanosen der Ohren und des Unterbauchs kommen ebenso vor wie hohes Fieber oder Untertemperatur. Hinweise auf eine PRRS-Infektion bei chronisch erkrankten Tieren können eine verminderte Anzahl lebend geborener Ferkel pro Wurf, vermehrte Frühgeburten, Würfe mit weniger als sieben Ferkeln, vermehrtes Umrauschen, eine verlängerte Trächtigkeit bis zu 120 Tagen sowie hohe Verluste durch lebensschwach geborene Ferkel sein.[4]

    Virusbekämpfung stellt große Herausforderung dar Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Die Mutationsfreudigkeit des Virus, seine unterschiedlichen pathogenen Eigenschaften sowie die ungewöhnliche ausgelöste Immunantwort machen Bekämpfungsstrategien sehr schwierig. Je mehr über den Infektionsverlauf bekannt ist, desto erfolgversprechender können die eingeleiteten Maßnahmen sein. Falls andere Erreger am Krankheitsgeschehen mitbeteiligt sind, sind diese unbedingt sofort zu bekämpfen. Ohne Impfung ist nach einer PRRS-Infektion ständig mit unauffälligen virustragenden Tieren zu rechnen, die das Infektionsgeschehen aufrechterhalten.
    In Deutschland stehen Impfstoffe zur Verfügung, die zwar Infektionen mit PRRS-Feldviren nicht grundsätzlich verhindern können, jedoch auch wichtige andere Ziele verfolgen: Die Schwere der Erkrankung soll abgeschwächt, die Virämiedauer abgekürzt, die Menge der ausgeschiedenen Viren vermindert und die Wahrscheinlichkeit für PRRSV-Feldinfektionen reduziert werden.[5]
    Porcilis® PRRS, ist der einzige PRRS-Lebendimpfstoff, ist der einzige PRRSV-Impfstoff in Deutschland, der auch für die intradermale Applikation mit dem IDAL-(Intra Dermal Application of Liquids)-Vakzinator zugelassen ist. Die Vakzine ist für Zucht und Mast zugelassen, enthält den endemischen EU-Impfstamm und zeichnet sich durch eine genetische Stabilität und hohe Sicherheit aus.[6]
    Bei den Sauen kann eine Impfung dafür sorgen, dass eine stabile Herdenimmunität aufgebaut wird. Sie führt zu einer Verminderung der Virusreplikation, zu einer höheren Fruchtbarkeit und zu einer besseren Abferkelrate. Die Ferkel werden virusfrei geboren und bekommen einen kontinuierlichen Schutz über die Muttermilch. Des Weiteren werden neu eingestellte Jungsauen nicht sofort infiziert. Letztlich wird somit durch ein adäquates Herdenmanagement und eine konsequente Durchimpfung des Bestandes eine bessere Aufzuchtsleistung erreicht.
    Ziel der Impfung bei den Ferkeln ist, dass diese nach Verlust der maternalen Antikörper einen Schutz aufbauen, der PRRS-bedingte Atemwegsinfektionen verhindert und dass gleichzeitig die Erregerübertragung vom Flatdeck-/Mastbereich in die Sauenherde unterbunden wird. Das Impfen der Jungsauen soll das Einschleppen von PRRS-Viren aus dem Herkunftsbestand wirksam bekämpfen.
    Es gibt verschiedene Impfschemata, die in Deutschland angewandt werden. Am häufigsten kommt die Bestansimpfung zum Einsatz und die Impfung der Ferkel ca. am 14. Lebenstag. Ein anderes Impfschema ist beispielsweise die reproduktionsorientierte Impfung der Sauen. Welches Impfschema gewählt wird, sollte individuell an den Bestand angepasst werden.



    [1] Costers S et al. Porcine reproductive and respiratory syndrome virus-infected alveolar macrophages contain no detectable levels of viral proteins in their plasma membrane and are protected against antibodydependent, complement-mediated cell lysis. J Gen Virol 2006;87:2341-2351
    [2] Albina E, Mesplede A, Chenut G et al. A serological survey on classical swine fever (CSF), Aujeszky’s disease (AD) and porcine reproductive and respiratory syndrome (PRRS) virus infections in French wild boars from 1991 to 1998. Vet Microbiol 2000;77:43-57
    [3] Bätza HJ. PRRS-Eradikation: Eine Option für Schweinebestände in Deutschland? Berl. Münch. Tierärztl. Wochenschr. 2007;120:470-479
    [4] Justus-Liebig-Universität Giessen, Fachbereich Tiermedizin. PRRS Steckbrief. www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb10/institute...fur.../PRRS.pdf
    [5] Noe T., PRRS Impfprogramme. Nutztierpraxis aktuell 22/2007; 21-24
    [6] Astrup et al. (2002): The spread of Porcilis® PRRS vaccine virus in susceptible sows and growers: A scaled-up laboratory experiment; Dansk Veterinaertidesskrift





    Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Der IDAL-(Intra Dermal Application of Liquids)-Vakzinator ist die Zukunft der Impfung von Schweinen. Denn die nadellose intradermale Impfstoff-Applikation hat gegenüber der intramuskulären Impfung entscheidende Vorteile hinsichtlich Handhabung, Hygiene und Tierwohl – bei vergleichbarer humoraler und zellulärer Immunantwort. Tierärzte können den Vakzinator ausschließlich über Intervet Deutschland GmbH, einem Unternehmen der MSD Tiergesundheit, gegen eine Leasinggebühr, die Service und Wartung des Gerätes beinhaltet, beziehen.

    Der IDAL-Vakzinator wird bereits seit einigen Jahren erfolgreich in vielen Schweinebestän-den in Nord- und Mitteldeutschland sowie in Italien, Spanien, Frankreich und Irland eingesetzt. Insbesondere bei großen Tierbeständen hat sich die nadellose intradermale Impfung mit dem IDAL-Vakzinator als einfach, hygienisch, schnell und sicher erwiesen.
    Das automatische Reinigungssystem und die intradermale Applikation verhindert sowohl eine Erregerübertragung von Tier zu Tier als auch eine Abszessbildung an der Impfstelle und sorgt so zusätzlich für die Gesunderhaltung des Bestandes und ein besseres Tierwohl. Eine hohe Flexibilität bei der Auswahl der Impfstelle vereinfacht und beschleunigt den Impfvorgang zusätzlich.
    Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator

    Gegenüber anderen nadellosen Systemen zeichnet sich der IDAL-Vakzinator dadurch aus, dass damit ausschließlich intradermal geimpft werden kann – mit gleichbleibendem Injektionsdruck und einem fest eingestellten Dosisvolumen von 0,2 ml. Fehler, die durch die Möglichkeit der Umstellung auf andere Injektionsarten, wie beispielsweise intramuskulär oder subkutan, oder durch die Einstellung variabler Dosisvolumen entstehen können, werden demnach vermieden.
    Der IDAL-Vakzinator ist kompakt und mit einem Gewicht von 2 kg deutlich leichter als andere Geräte. Betrieben wird der Vakzinator mit einem Akku, sodass beispielsweise der Impfvorgang nicht durch herunterhängende Kabel behindert werden kann. Mit einer einzigen Akkuladung sind bis zu 1.000 Einzeldosen möglich. Das mit dem Europäischen Sicherheitssiegel CE zertifizierte Gerät gewährleistet eine hohe Arbeitssicherheit, da das Gerät zwei Auslösemechanismen versehen ist.
    Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator

    Die jährliche Leasinggebühr für das Gerät beinhaltet ebenfalls ein Vor-Ort Training, technische Beratung, Wartung und Reparatur durch den Hersteller Henke Sass Wolf aus Tuttlingen am Bodensee, einem namhaften Produzenten medizintechnischer Produkte. Ansprechpartner für alle Serviceleistungen rund um den IDAL-Vakzinator und die dafür zugelassenen Impfstoffe ist Intervet Deutschland GmbH, ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit. Dies garantiert veterinärmedizinische Fachkompetenz und technischen Full-Service „Made in Germany“ aus einer Hand.

    Intradermal Impfen – effektiv auch in der Ferkelaufzucht Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Die Haut ist das größte Immunorgan des Körpers und eignet sich daher besonders gut für die Verabreichung von Impfstoffen. Antigenpräsentierende dendritische Zellen und T-Zellen wirken hier besonders effektiv zusammen. Studien zeigen, dass bei intradermaler Impfung bei vergleichbarer humoraler Immunität die zelluläre Immunantwort meist stärker ausgeprägt als nach intramuskulärer Impfung.[1]
    Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator Nadellos intradermal Impfen mit dem IDAL-Vakzinator

    Ein weiterer Vorteil der intradermalen Impfung ist, dass hierbei die maternale Immunität umgangen wird. Daher können auch junge Ferkel erfolgreich immunisiert werden, in deren Kreislauf noch maternale Antikörper zirkulieren.[2]
    Erfahrungen aus der Praxis haben zudem gezeigt, dass die Tiere nach der Impfung mit dem IDAL-Vakzinator deutlich ruhiger sind als beispielsweise nach intramuskulärer Impfung.

    Für die intradermale Anwendung registrierte Impfstoffe Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Intervet Deutschland GmbH, ein Unternehmen der MSD Tiergesundheit, bietet speziell für die intradermale Impfung mit dem IDAL-Vakzinator zugelassene Impfstoffe an. So ist der Intervet-Impfstoff gegen das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome, der einzige PRRSV-Impfstoff in Deutschland, der auch für die intradermale Applikation zugelassen ist.




    [1] Martelli P et al. Efficacy of a modified live porcine reproductive and respiratory syndrome virus (PRRSV) vaccine in pigs naturally exposed to a heterologous European (Italian cluster) field strain: Clinical protection and cell-mediated immunity. Vaccine 2009;27:3788–3799
    [2] Nechvatalova K. Possibilities of overcoming the inhibitory effect of colostrum-derived antibodies using intradermal immunization and immunization via mucosae. Proceedings IPVS CONGRESS 2010, Vancouver, Kanada





    Mycoplasma hyopneumoniae Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Mycoplasma hyopneumoniae ist als Primärerreger der Enzootischen Pneumonie einer der am weitesten verbreiteten und ökonomisch bedeutendsten Krankheitserreger des Schweins. Die Enzootische Pneumonie gehört zum Porcine Respiratory Disease Complex (PRDC) und zu den wichtigsten Atemwegserkrankungen in der modernen Schweinehaltung. Sie ist durch eine milde Pneumonie mit trockenem Husten als Hauptsymptom und einem chronischen Verlauf mit hoher Morbidität bei geringer Mortalität gekennzeichnet. Man schätzt, dass sich die jährlichen wirtschaftlichen Verluste durch Behandlungskosten und geringere Mastleistung weltweit in Millionen- bis Milliardenhöhe bewegen. Die Infektion mit M. hyopneumoniae stellt darüber hinaus eine Prädisposition für Sekundärinfektionen mit anderen bedeutenden Pathogenen wie beispielsweise dem Porcine Respiratory and Reproductive Syndrome Virus (PRRSV) oder dem Porcinen Circo Virus 2 (PCV2) sowie bakteriellen Erregern, wie Pasteurella multocida, Bordetella species, Actinobacillus species und Hämophilus parasuis dar.

    Ein anspruchsvoller Erreger Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Mykoplasmen sind mit 400 und 1200 nm im Durchmesser kleine, aber dennoch selbständig vermehrungsfähige, grampositive Bakterien. Im Gegensatz zu anderen Bakterien fehlt ihnen eine Zellwand. Sie leben aerob bis fakultativ anaerob und sind von pleomorpher, veränderlicher, bläschenförmiger Gestalt. Aufgrund seines komplexen Nährstoffbedarfs und des hohen Kontaminationsrisikos der Kulturen ist M. hyopneumoniae nur schwer zu kultivieren und bildet sehr kleine Kolonien, die im Gegensatz zu anderen Mykoplasmenspezies nicht die sonst typische spiegeleiartige Kolonieform aufweisen. [1] Das Genom von M. hyopneumoniae umfasst je nach Stamm zwischen 893 und 920 Kilobasenpaaren (kb). [2]

    Beeinträchtigung der mukoziliären Clearance Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Im Organismus ist M. hyopneumoniae auf der Oberfläche der Schleimhäute der Trachea, der Bronchien und der Bronchiolen zu finden. Dort weist es eine Adhärenz zum Zilienepithel auf. Die Adhäsine von M. hyopneumoniae binden dabei an Glykolipidrezeptoren auf der Zilienoberfläche. Nach der Besiedlung des Epithels führt M. hyopneumoniae zu degenerativen Veränderungen und schließlich zum Verlust der Zilien. Dies beeinträchtigt die mukoziliäre Clearance in erheblichem Maße und fördert dadurch die Ansiedlung anderer respiratorischer Pathogene in den Atemwegen.
    Nach der Ansiedlung von M. hyopneumoniae kommt es darüber hinaus zu einer Einwanderung von Leukozyten, vornehmlich Lymphozyten und Makrophagen, in die Lunge. Eine Pneumonie mit perivaskulärer und peribronchialer Anhäufung von mononukleären Zellen entsteht. Im späteren Verlauf der Erkrankung können charakteristische perivaskuläre und peribronchiale Knötchen in der Lunge beobachtet werden. Immunsuppressive und immunpathologische Effekte sind an den Veränderungen beteiligt und begünstigen Sekundärinfektionen zusätzlich. [3], [4]

    Übertragung über Kilometer möglich Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Die Übertragung von M. hyopneumoniae erfolgt als Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier oder über erregerhaltige Aerosole der Atemluft, die über Entfernungen von mehreren Kilometern Infektionen verursachen können. [4] In naiven Beständen stecken sich Schweine aller Altersgruppen an. In Herden, in denen der Erreger seit längerem präsent ist, infizieren sich vor allem Ferkel in den ersten Lebenswochen.
    Beim Kontakt unterschiedlicher Altersgruppen in Beständen mit kontinuierlicher Belegung zirkuliert der Erreger nicht selten zwischen den Sauen, Ferkeln, und Jungsauen sowie später in der Mast zwischen frisch eingestallten Läufern und Schweinen in der Endmast. Tatsächlich infizieren sich die Schweine zwar meist im Ferkelalter, sie erkranken aber häufig erst nach der Umstallung in die Mast. Erkrankungen im Ferkelalter kommen vor allem in Beständen mit kontinuierlicher Belegung, hoher Erregerlast bei den Sauen und gleichzeitiger Zirkulation von PRRSV vor.

    Klinische Symptome hauptsächlich in der Mast Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Obwohl die Mykoplasmen-Pneumonie bei Schweinen jeden Alters auftreten kann, sieht man die Erkrankung hauptsächlich bei Mastschweinen. Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen ist trockener Husten zunächst das einzige klinische Symptom. Dieser Husten kann über ein bis zwei Monate andauern. Pathologisch ursächlich für die Symptomatik ist eine katarrhalische Pneumonie mit Exsudat in den Luftwegen. Bei der Sektion fallen makroskopisch sichtbare, scharf abgegrenzte Läsionen in den Spitzen- und Mittellappen der Lunge auf. Da sich die Infektion von Schwein zu Schwein fortpflanzt, kann die jeweilige Gruppe über die gesamte Mastdauer krank erscheinen. Insbesondere im Zusammenhang mit Sekundärinfektionen nimmt die Futteraufnahme ab und die durchschnittlichen Tageszunahmen sinken.
    Sekundärinfektionen mit Pasteurella multocida, Bordetella bronchiseptica, Hämophilus parasuis oder Actinobacillus pleuropneumoniae können darüber hinaus zu einer interstitiellen Pneumonie mit feuchtem Husten, hohen Fieber und schwerer Atemnot, Pleuritis und Perikarditis, die auch als MIRD (Mycoplasma-induced Respiratory Disease) bezeichnet wird, führen.3 Auf der anderen Seite beeinflusst die Infektion mit M. hyopneumoniae auch die Dauer und Schwere von viralen Erkrankungen, wie zum Beispiel PRRSV, negativ. Vor allem bei Ferkeln kann es zu schweren Krankheitsverläufen mit Fieber, Lethargie, Atemnot und Appetitlosigkeit kommen.
    Die Schwere der klinischen Symptome hängt nicht nur von Sekundärinfektionen mit anderen Pathogenen ab, sondern auch von den Haltungsbedingungen, dem Stallklima und mutmaßlich auch der Virulenz der verschiedenen Stämme von M. hyopneumoniae. [4]

    Wirtschaftliche Aspekte Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    In einem Review Artikel kommen die Autoren beim Vergleich verschiedener Untersuchungen von Schweineherden mit Enzootischer Pneumonie auf einen durchschnittlichen Rückgang der täglichen Zunahmen von 17% und einer durchschnittlichen Abnahme der Futtereffizienz um 14%. [5] Zum Verlust am Ertrag und den Futterkosten kommen die Kosten für Diagnostik und Behandlung der Tiere. Insgesamt geht man davon aus, dass sich die Schäden, die weltweit durch Infektionen mit M. hyopneumoniae entstehen, auf mehrere hundert Millionen, wenn nicht gar auf über eine Milliarde Dollar belaufen.

    Schwierige Diagnose Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Als Goldstandard für die Diagnose einer Mykoplasmen-Pneumonie gilt die Kultur von M. hyopneumoniae. Aufgrund der schwierigen Kultivierung des Erregers gehört sie aber nicht zur Routinediagnostik. Im Praxisalltag erlauben das klinische Bild sowie makroskopische und histologische postmortem Untersuchungen eine Verdachtsdiagnose, die durch weiterführende Untersuchungen wie Immunofluoreszenz, Serologie oder Polymerasekettenraktion (PCR) erhärtet werden muss. Die nested PCR gilt als die sensitivste Nachweismethode und ist derzeit die Methode der Wahl für den direkten Erregernachweis. [4]

    Grenzen der antibiotischen Therapie Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    M. hyopneumoniae reagiert in vitro empfindlich auf viele antibiotische Wirkstoffe. Zur Anwendung in der Praxis kommen meist Tetrazykline und Makrolide. Daneben sind zum Beispiel auch Lincosamide, Pleuromutiline, Fluorquinolone, Florfenicole, Aminoglykoside und Aminocyclitole potenziell wirksam gegen Mykoplasmen. Da Mykoplasmen keine Zellwand haben, verfügen ß-Lactam-Antibiotika (Penicilline und Cephalosporine) jedoch über keine Wirksamkeit gegen M. hyopneumoniae.
    Bei der therapeutischen Anwendung von Antibiotika macht man sich in der Regel die Mehrfachwirksamkeit der Wirkstoffe gegen Sekundärerreger zunutze. Neben der therapeutischen Anwendung beim Einzeltier werden Antibiotika im Rahmen spezifischer Programme auch zur Kontrolle von M. hyopneumoniae im Bestand eingesetzt.
    Der Antibiotika-Einsatz kann jedoch weder Infektionen noch Rückfälle nach dem Absetzen der Medikation verhindern. Darüber hinaus müssen insbesondere bei Mastschweinen Rückstandsproblematik und Wartezeit beachtet werden.

    Optimierung von Haltung und Hygiene Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Verbesserungen bei den Haltungsbedingungen und im Hygienemanagement gelten als Voraussetzungen für eine nachhaltige Kontrolle und Eindämmung der Infektionen mit M. hyopneumoniae in Schweinebeständen.

    Folgende Maßnahmen werden empfohlen:
    1. Rein-Raus-Verfahren (All-in, all-out/AIAO), um das Zirkulieren des Erregers zwischen verschiedenen Altersgruppen im Bestand effektiv zu unterbrechen.
    2. Trennung der Jungsauen von den Altsauen, bis sie den erwünschten Immunstatus erreicht haben.
    3. Wenn Tiere zugekauft werden müssen, sollten diese aus gesunden Beständen stammen und vor der Eingliederung mind. 30 Tage in Quarantäne gehalten werden.
    4. Ein konsequenter Schutz vor Parasiten und viralen Infektionen wie zum Beispiel PRRSV und PCV2.
    5. Strenge Hygiene und konsequente Bekämpfung von Insekten und Nagern.
    6. Optimierung der Haltungsbedingungen: Temperatur, Lüftung und Lichtmanagement.


    Eradikationsmodelle, wie beispielsweise das Schweizer Modell, beginnen mit der totalen Räumung des Bestandes. [6]

    Vakzination verbessert Erträge Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Gegen M. hyopneumoniae sind in Deutschland verschiedene Impfstoffe erhältlich. Die Impfungen können in der Regel keine Infektionen verhindern, aber die Schadwirkungen des Erregers deutlich verringern und so die Erträge in den Beständen erheblich verbessern. Darüber hinaus konnten in der Praxis eine Verkürzung der Mastperiode, eine Reduzierung von klinischen Symptomen und Lungenläsionen sowie geringere Behandlungskosten in geimpften Beständen verzeichnet werden. Es gibt Hinweise darauf, dass planmäßige Impfungen im Bestand die Erregerlast und damit den Infektionsdruck nach einigen Monaten senken können. Während früher zweimal gegen M. hyopneumoniae geimpft wurde, setzen sich heutzutage One-Shot-Impfstoffe immer mehr durch. Denn sie entfalten die gleiche Schutzwirkung bei geringerem zeitlichem und finanziellem Aufwand. Die Wahl der geeigneten Impfstrategie sollte dabei immer anhand des Erregerdrucks im jeweiligen Bestand erfolgen.

    Vorteile der intradermalen Impfung Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Porcilis® M Hyo ID ONCE ist der erste One-Shot-Impfstoff, der zur intradermalen, nadellosen Verabreichung zugelassen ist. Bei Porcilis® M Hyo ID ONCE handelt es sich um ein inaktiviertes Ganzzellkonzentrat von M. hyopneumoniae, Stamm 11, zur aktiven Immunisierung von Mastschweinen, um die durch Infektion mit M. hyopneumoniae hervorgerufenen Lungenläsionen und verringerten Tageszunahmen in der Endmast zu reduzieren.
    Ferkel können bereits ab einem Alter von 2 Wochen mit Porcilis® M Hyo ID ONCE mit dem IDAL-Vakzinator (Intra Dermal Application of Liquids) geimpft werden. Die Immunität beginnt 3 Wochen nach der Impfung und dauert 22 Wochen an. So sind die Tiere über die gesamte Mastperiode hinweg geschützt.
    Die intradermale Impfung löst dabei eine ebenso starke humorale Immunität aus wie eine intramuskuläre Impfung. Die zelluläre Immunantwort nach intradermaler Impfung ist aufgrund des spezifischen Zusammenspiels von dendritischen Zellen in der Haut und T-Lymphozyten meist ausgeprägter. [7] Darüber hinaus kann mithilfe der die intradermalen Impfung die maternale Immunität umgangen werden, weil sich in der Haut keine maternalen Antikörper befinden. [8]
    Die nadellose Applikation verringert die Gefahr der Erregerübertragung von Tier zu Tier und die Abszessbildung an der Impfstelle. Die Tiere sind während und nach der Impfung deutlich ruhiger als beispielsweise nach intramuskulärer Impfung. Diese Applikationsform trägt damit zu einer Verbesserung des Tierwohls bei.
    Bei einer Studie mit insgesamt 1051 gesunden Ferkeln wiesen die 346 Tiere, denen intradermal Porcilis® M Hyo ID Once mit dem IDAL-Vakzinator verabreicht worden war gegenüber den 351 intramuskulär geimpften Tieren im Durchschnitt um 10 g höhere Tageszunahmen und gegenüber der Placebo-Gruppe mit 354 Ferkeln im Durchschnitt 27 g höhere Tageszunahmen auf. Darüber hinaus verringerten sich die klinischen Symptome, welche mit M. Hyo assoziiert sind, in der intradermal geimpften Gruppe gegenüber der intramuskulär geimpften Gruppe um 6% und gegenüber der Placebo-Gruppe um 10,4 %. Diese Ergebnisse zeigen, dass die intradermale Impfung mit Porcilis® MHyo ID ONCE einen zuverlässigen klinischen Schutz bietet. [9]



    [1] Dworkin M, Falkow S, Rosenberg E, Schleifer K-H, Stackebrandt E , editors The Prokaryotes. A Handbook on the Biology of Bacteria. 3rd ed. vol. 4: Bacteria: Firmicutes, Cyanobacteria. Springer, New York, NY 2006,
    [2] Vasconcelos AT et al. Swine and poultry pathogens: the complete genome sequences of two strains of Mycoplasma hyopneumoniae and a strain of Mycoplasma synoviae. J Bacteriol 2005 187:5568-77.
    [3] Selbitz H-J, Truyen U, Valentin-Weigand P Tiermedizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre 9th ed. MVS Medizinverlage Stuttgart 2010
    [4] Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) Mycoplasma hyopneumoniae http://www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20132&article_id=73380&_psmand=23 Aufruf 27.08.2013
    [5] Straw B. E. Estimation of the cost of pneumonia in swine herds. J Am Vet Med Assoc. 1989 Dec 15;195(12):1702-6.
    [6] Maes D et al. Control of Mycoplasma hyopneumoniae infections in pigs. Vet Microbiol. 2008 Jan 25;126(4):297-309.
    [7] Martelli P et al. Efficacy of a modified live porcine reproductive and respiratory syndrome virus (PRRSV) vaccine in pigs naturally exposed to a heterologous European (Italian cluster) field strain: Clinical protection and cell-mediated immunity. Vaccine 2009;27:3788–3799
    [8] Nechvatalova K. Possibilities of overcoming the inhibitory effect of colostrum-derived antibodies using intradermal immunization and immunization via mucosae. Proceedings IPVS CONGRESS 2010, Vancouver, Kanada
    [9] Tassis PD et al. Clinical evaluation of intradermal vaccination against porcine enzootic pneumonia (Mycoplasma hyopneumoniae), Vet Rec. 2012 Mar 10;170(10):261





    Impftechnologie jetzt auch zur Prävention der Enzootischen Pneumonie (Ferkelgrippe) einsetzbar Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang

    Anlässlich einer Pressekonferenz der Intervet Deutschland GmbH wurde die Einführung eines neuen Impfstoffs gegen Ferkelgrippe (Enzootische Pneumonie des Schweines) bekannt gegeben. Der neue Impfstoff zur einmaligen Impfung gegen Mycoplasma hyopneumoniae (M Hyo) wurde eigens für die intradermale Verabreichung mit dem IDAL-(Intra Dermal Application of Liquids)-Vakzinator entwickelt. Mit dem IDAL-Vakzinator wird der Impfstoff mittels Druck direkt in die Haut appliziert. Die nadellose, intradermale Impfung ruft eine strake zelluläre und humorale Immunität hervor und ist dabei sicher, tierfreundlich und wirtschaftlich.

    Im Rahmen der Veranstaltung zeigte Professor Thomas Vahlenkamp von der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig die vorteilhaften immunologischen Effekte von intradermalen Impfungen auf. Die Tierärztin Patricia Rösner vom Tiergesundheitsdienst Thüringen berichtete von ihren Erfahrungen mit dem IDAL-Vakzinator in der täglichen Praxis der sich bei der PRRS-Bekämpfung bewährt hat.

    Die Enzootische Pneumonie, auch als Ferkelgrippe bekannt, verursacht jährlich wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe. Die Krankheit wird von dem Erreger Mycoplasma hyopneumoniae hervorgerufen. Kennzeichnend für die Enzootische Pneumonie sind hohe Erkrankungsraten vor allem bei Mastschweinen, ein milder aber chronischer Verlauf mit trockenem Husten als Leitsymptom und verringerte Tageszunahmen sowie eine schlechtere Futterverwertung. Häufig wird die Enzootische Pneumonie durch zusätzliche Infektionen mit anderen viralen und bakteriellen Erregern verkompliziert. Es kann dann zu schweren Krankheitsverläufen kommen.
    Neben hygienischen und haltungstechnischen Maßnahmen spielen Impfungen heutzutage eine der bedeutendsten Rollen zur Verringerung der wirtschaftlichen Verluste durch Mycoplasma hyopneumoniae in der Schweinehaltung.

    IDAL bewährt sich Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    In der modernen Schweinehaltung werden spezialisierte Bestände bewirtschaftet. Sie benötigen Systeme und Methoden, mit denen sie den Gesundheitsstatus ihrer Tiere schnell und sicher überwachen und erhalten können. Tierärztin Patricia Rösner vom Tiergesundheitsdienst Thüringen berichtete über ihre Erfahrungen mit IDAL in der Praxis und stellte dessen praktische Vorteile in ihrem Vortrag dar.
    Die intradermale nadellose Impfung vermeidet die Erregerübertragung von Tier zu Tier als auch eine Abszessbildung an der Impfstelle und sorgt so zusätzlich für die Gesunderhaltung des Bestandes und trägt somit zur verbesserten Lebensmittelsicherheit bei. Eine hohe Flexibilität bei der Auswahl der Impfstelle vereinfacht und beschleunigt den Impfvorgang erheblich und spart kostbare Zeit.
    Von anderen nadellosen Systemen unterscheidet sich der IDAL-Vakzinator dadurch, dass ausschließlich intradermal geimpft werden kann – bei gleichbleibendem Injektionsdruck und fest eingestelltem Dosisvolumen von 0,2 ml. Häufige Fehler, die durch die Möglichkeit der Umstellung auf andere Injektionsarten, wie beispielsweise intramuskulär oder subkutan, und damit verbundener Einstellung variabler Dosisvolumen entstehen können, werden auf diese Weise vermieden.
    Zudem hat sich gezeigt, dass die Tiere während und nach der Impfung mit dem IDAL-Vakzinator deutlich ruhiger sind als beispielsweise nach intramuskulärer Impfung. Somit trägt diese neue Impftechnologie zur Verbesserung des Tierwohls bei.

    Stärkung der zellulären Abwehrkraft Fokusthema: Schweine richtig impfen - zum Anfang
    Die Impfung direkt in die Haut, zum Beispiel mit dem IDAL-Vakzinator hat dabei gegenüber der intramuskulären Impfung immunologische Vorteile, wie Professor Thomas Vahlenkamp von der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig erläuterte.

    Die Haut des Schweins stellt nicht nur eine schützende Hülle dar, sie spielt auch eine entscheidende Rolle als immunologischer Schutzmechanismus des jeweiligen Tieres. Sie ist das größte Immunorgan des Körpers und eignet sich deshalb sehr gut zur Verabreichung von Impfstoffen. Während die Bildung von Antikörpern bei intradermaler und intramuskulärer Impfung vergleichbar gut war, zeigte eine Studie, dass nach intradermaler Impfung, die zelluläre Immunantwort verstärkt ausfiel. [1]
    Ein weiterer Vorteil dieser Applikationsform ist, dass hierbei Ferkel bereits ab einem Alter von zwei Wochen erfolgreich immunisiert werden können, ohne in Interferenz mit maternalen Antikörper zu kommen. [2]

    Mehr Informationen über den neuen Impfstoff gegen die Enzootische Pneumonie und den IDAL-Vakzinator von Intervet Deutschland GmbH erhalten Betriebe von ihrem Tierarzt oder ihrer Tierärztin.



    [1] Martelli P et al. Efficacy of a modified live porcine reproductive and respiratory syndrome virus (PRRSV) vaccine in pigs naturally exposed to a heterologous European (Italian cluster) field strain: Clinical protection and cell-mediated immunity. Vaccine 2009;27:3788–3799
    [2] Nechvatalova K. Possibilities of overcoming the inhibitory effect of colostrum-derived antibodies using intradermal immunization and immunization via mucosae. Proceedings IPVS CONGRESS 2010, Vancouver, Kanada




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